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Geburtenrate und Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland

Schreibtisch mit Notebook und Dokumenten

Deutschland ist auf Zuwanderung angewiesen. Das beweisen offizielle Zahlen zur Entwicklung der Bevölkerungszahl und der Geburtenrate.

Deutschland kämpft mit einem Rückgang der Geburtenrate. Im Jahr 2025 wurde dabei ein Negativrekord erreicht. Die Differenz zwischen Lebendgeburten und Sterbefällen lag bei 352.000 Personen und markiert einen Meilenstein, denn diese Differenz war zuletzt im Jahr 1946 so enorm. Insgesamt wurden 2025 deutschlandweit 654.300 Geburten verzeichnet. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 3,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden rund 1,01 Millionen Sterbefälle registriert.

Warum sinkt die Geburtenrate in Deutschland?

Dafür gibt es aktuell mehrere Gründe. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Anzahl der Menschen im fertilsten (fruchtbarsten) Alter in Deutschland sinkt. Darunter versteht das Amt die Frauen, die derzeit ein Alter von Beginn bis Ende der 30er haben. Die Ursache dafür sind die ebenfalls geburtenschwachen Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung. Deutschland ist mit diesem Trend nicht allein, denn in anderen EU-Ländern gibt es ähnliche Entwicklungen. Als Beispiele benennt das Statistische Bundesamt Italien, Frankreich, Schweden und Österreich.
Zu den negativen Trends bei der Altersstruktur kommen wirtschaftliche Unsicherheiten. In Zeiten einer hohen Inflationsrate überlegen sich die Menschen gründlicher als sonst, ob sie ein Kind haben wollen oder nicht. Der Anteil der Paare, die sich gegen ein Kind entscheiden, wächst. Auch die Situation auf dem Wohnraummarkt spielt dabei eine Rolle. Ein Kind bedeutet steigenden Wohnraumbedarf. Größerer Wohnraum muss gefunden werden, was vor allem in den Städten immer schwieriger wird. Außerdem haben viele Paare bei der Entscheidung für oder gegen Nachwuchs die Bezahlbarkeit größerer Wohnungen im Blick.

Bevölkerungszahl in Deutschland: Wie sehen die Prognosen aus?

Bereits im Dezember 2025 hat das Statistische Bundesamt Daten zur Bevölkerungsvorausberechnung vorgelegt, die nachdenklich machen. Der sogenannte Altenquotient lag bereits zu Beginn der 2010er Jahre höher als der Jugendquotient. Diese Entwicklung hat sich seither fortgesetzt. Der Überhang von Menschen im fortgeschrittenen Alter wird sich nach der derzeitigen Bevölkerungsvorausberechnung in den kommenden Jahren weiter vergrößern. Wie groß diese Differenz tatsächlich wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dabei kommt der Zuwanderung eine große Bedeutung zu. Bei einer Entwicklung analog den derzeit wirksamen Faktoren, wird rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung in Deutschland im Jahr 2035 ein Alter von 67 Jahren und mehr haben. Das heißt, es gibt dann rund 4 Millionen Menschen weniger als jetzt im erwerbsfähigen Alter.
Daraus resultiert eine enorme Belastung des Rentensystems, die ohne rechtzeitige Vorbereitungen nicht zu leisten sein wird. Aktuell müssen 100 Erwerbstätige und ihre Arbeitgeber die Renten von rund 33 Personen finanzieren. Nach den Prognosen der Bevölkerungsvorausberechnung steigt die Anzahl der von 100 Erwerbstätigen zu versorgenden Rentner und Rentnerinnen bis zum Jahr 2070 auf mindestens 43 Personen. Das ist die günstigste Variante der Prognose. Im ungünstigsten Fall (niedrige Geburten- und Zuwanderungsrate) kann es sogar sein, dass 100 Erwerbstätige und ihre Arbeitgeber die Rente von 61 Personen mit ihren Beiträgen finanzieren müssen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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