Die Preise für Kraftstoffe werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen weiter steigen. Das belegt ein Blick auf die Entwicklung der Erdölpreise an den Rohstoffbörsen zu Beginn der Kalenderwoche 12/2026. Die Bundesregierung hat mittlerweile ein Maßnahmenpaket zur Begrenzung der Kraftstoffpreise vorgelegt. Allerdings ist fraglich, ob es die beabsichtigte Wirkung hat. Erste Studien weisen bereits darauf hin, dass hohe Erdöl- und Kraftstoffpreise Investitionen in
Hohe Kosten für E-Autos werden schneller kompensiert
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Tankstellenbetreiber nur noch 1 x pro Tag (nämlich um 12:00 Uhr) Preise nach oben korrigieren können. Sind die Folge niedrigere Preise? Dort ist die Antwort allein aufgrund der wirtschaftlichen Logik ein klares Nein. Viel wahrscheinlicher sind Kraftstoffpreise mit einem eingebauten Puffer, um die derzeit kräftigen Schwankungen der Erdölpreise abfedern zu können. Vor allem beim Trend nach oben dürften die Kraftstoffpreise überhöht ausfallen. Eine dämpfende Wirkung werden lediglich die geplanten Ansätze zur Beweislastumkehr bei Prüfungen durch das Bundeskartellamt haben. Eine Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass sich viele Besitzer von Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren intensiver mit der Frage beschäftigen, wie sie die laufenden Kosten ihrer Fahrzeuge senken können. Weil die Strompreise (noch) ziemlich stabil sind, rücken E-Autos verstärkt in den Fokus. Einschätzungen von Recurrent und Jet Charge bestätigen das. Bleiben die Kraftstoffpreise mindesten ein halbes Jahr auf dem aktuell hohen Niveau, dürfte daraus für die E-Autobranche ein Absatzplus von etwa 10 Prozent (Anzahl verkaufter Fahrzeuge) resultieren.
Günstige Importfahrzeuge tragen zum steigenden Interesse an E-Autos bei
Lange waren es die hohen Anschaffungskosten, die viele Menschen vom Kauf eines E-Autos abhielten. Doch die führenden Fahrzeughersteller haben bereits reagiert und Modellreihen entwickelt, die sie im Vergleich zu den Ursprungsserien günstiger abgeben können. Zudem drängen sich Hersteller aus China auf den europäischen Markt. Dazu gehört beispielsweise das in Shenzhen ansässige Unternehmen BYD. Die Auswirkungen sind bereits zu spüren, denn im Jahr 2025 wurden von Kraftfahrtbundesamt tendenziell kräftig steigende Zahlen bei den Neuzulassungen von E-Autos registiert. Im Januar 2026 unterschied sich die Zulassungszahl zwischen Benzinern (43.695 Stück) und E-Autos (42.692 Stück) nur noch geringfügig. Auf dem ersten Rang lagen nach wie vor die Fahrzeuge mit Hybridantrieb mit 58.206 Stück.
Quelle: Börse Frankfurt, Jet Charge, Kraftfahrtbundesamt

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