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Polio wieder auf dem Vormarsch?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass die bereits als ausgerottet geltende Kinderkrankheit Polio sich wieder ausbreiten könne. Schon seit Mitte der 1950er Jahre gilt die Kinderlähmung als weitgehend besiegt, 2013 wurden weltweit nur noch 406 Fälle der Erkrankung gemeldet. Vorwiegend kamen diese in den Ländern Nigeria, Afghanistan und Pakistan vor.

Doch gerade in Ländern mit Bürgerkriegen, wie Syrien und Somalia, ist die Zahl der Erkrankungen wieder gestiegen, so die WHO. Deshalb warnt sie dringend vor einem erneuten Ausbruch der hoch ansteckenden Krankheit. In ihrem Appell heißt es, dass die Ausrottung einer der schwersten Kinderkrankheiten, die problemlos durch eine einfache Impfung vermieden werden könnten, scheitern könne, wenn man die Lage nicht bald unter Kontrolle bringe.

Seit Januar neu eingeschleppte Fälle der Kinderlähmung

Die WHO hatte in Genf ihren Appell gestartet, nachdem bereits in der letzten Woche ein Dringlichkeitstreffen vereinbart wurde. Grund dafür waren die seit Januar bekannt gewordenen Fälle, in denen Polio in Afghanistan, in Äquatorialguinea und dem Irak eingeschleppt wurden.

Deshalb fordert die WHO jetzt die Länderbehörden auf, groß angelegte Impfkampagnen zu starten. Diese sollten sich vor allem an Reisende aus den genannten Ländern wenden. Auch eine Impfpflicht solle erneut eingeführt werden. Diese müsse noch mindestens für sechs Monate gelten, nachdem keine neuen Polio-Fälle mehr aufgetreten sind.

Polio: Tückische Krankheit, die die Kleinsten befällt

Polio ist eine besonders schwere Krankheit, die vorwiegend Kinder unter fünf Jahren trifft. Jede 200. Erkrankung zieht Lähmungen als Folge nach sich, die von Dauer sind. Fünf bis zehn Prozent der Erkrankten sterben sogar an Polio, weil die Atemmuskeln sich nicht mehr bewegen können. Die Kinderlähmung gilt bis heute als unheilbar und hochansteckend. Doch mit einer einfachen Schluckimpfung kann ihr vorgebeugt werden.