Zahl der Überstunden steigt wieder

Auch im letzten Jahr haben die Deutschen wieder mehr Überstunden geleistet. Kranke Kollegen und volle Auftragsbücher sind die Hauptgründe für die angesammelten Zusatzstunden. Alleine bei der bezahlten Mehrarbeit kam es zu einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

821 Millionen Überstunden in Deutschland

So wurden 2016 laut Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 821 Millionen Überstunden in Deutschland geleistet. Ein Jahr zuvor waren es noch 56 Millionen Überstunden weniger. Allerdings beruft sich das IAB bei der Erhebung der Zahlen auf eine Umfrage unter 30.000 Personen in 11.000 Haushalten.

Auf den einzelnen Beschäftigten heruntergebrochen fiel der Anstieg jedoch deutlich moderater aus. Die geleistete Mehrarbeit pro Kopf belief sich auf 20,9 Stunden und zog dabei um „nur“ 1,2 Stunden gegenüber dem Vorjahr an. Berechnet wurden hierfür allerdings nur bezahlte Überstunden.

Seit einiger Zeit zeigt sich jedoch der Trend, Arbeitszeitkonten einzurichten. Mit diesen können geleistete Überstunden später „abgefeiert“ werden. Die Forscher des IAB sehen daher einen „langfristigen Trend zu weniger bezahlten Überstunden“.

Welche Datengrundlagen wurden genutzt?

In die aktuellen Berechnungen wurden sämtliche Arbeitsverhältnisse einbezogen, also auch Mini- und Teilzeitjobs. Bei den unbezahlten Überstunden gab es ebenfalls einen massiven Anstieg. Insgesamt 941 Millionen Überstunden leisteten die 39 Millionen Beschäftigten in Deutschland letztes Jahr ohne Bezahlung. Das sind 1,6 Millionen Stunden mehr als noch ein Jahr zuvor.

Pro Kopf ging die Zahl der unbezahlten Überstunden jedoch zurück, weil mehr Menschen in Beschäftigung waren. Im Schnitt leisteten die Mitarbeiter 24 Überstunden pro Jahr ohne finanziellen Ausgleich. Im Vergleich zu 2015 sank damit die unbezahlte Mehrarbeit um 0,3 Stunden.

Auf die einzelnen Branchen bezogen, werden die meisten Überstunden in Industrie und Baugewerbe geleistet. Im Dienstleistungsbereich sind die meisten Überstunden ohne finanziellen Ausgleich zu finden.

Quelle: dpa