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Wirtschaftswachstum verlangsamt sich immer weiter

Das stetig schrumpfende Wirtschaftswachstum geht aus der Herbsteinschätzung zur Konjunktur hervor, an der Experten aus acht führenden Instituten beteiligt waren.

Die ersten Anzeichen für ein schrumpfendes Wirtschaftswachstum gab es seit Jahresbeginn 2018. Allerdings hatten viele Branchen noch gewaltige Auftragsüberhänge abzubauen. Die Auftragsüberhänge stützten die Wirtschaftszahlen noch bis ins Jahre 2019 hinein. Inzwischen sind die Überhänge vollständig abgebaut. Die Rezession in der Industrie macht sich mittlerweile auch in der Dienstleistungsbranche negativ bemerkbar. Die Prognosen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland für das gesamte Jahr 2019 wurden deshalb in der aktuellen Einschätzung von bisher 0,8 Prozent auf nunmehr 0,5 Prozent gesenkt.

Nicht nur Wirtschaftswachstum in Deutschland ist sehr verhalten

In der Einschätzung wird betont, dass das Wirtschaftswachstum derzeit in großen Teilen der Welt leidet. Ein Grund sind rückläufige Zahlen beim Umfang des globalen Warenhandels. Auch in diesem Bereich gab es die ersten Hinweise bereits im Herbst 2018. Als Ursachen dafür geben die Macher der Herbsteinschätzung zur Konjunktur mehrere Gründe an. Einerseits spielt der Handelsstreit zwischen den USA und China eine wichtige Rolle. Er zieht auch Drittländer massiv in Mitleidenschaft. Die Reduzierung des Handelsvolumens im Vergleich der ersten sieben Monate des Jahres 2019 zum Zeitraum des Vorjahres macht ein Minus von 12 Prozent bei chinesischen Exporten in die USA und von 18 Prozent der amerikanischen Exporte nach China aus. Andererseits belastet die noch immer herrschende Unsicherheit um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union die Konjunktur der EU-Länder.

Was stärkt und schwächt das Wirtschaftswachstum derzeit noch?

Ein Problembereich beim Wirtschaftswachstum ist die Automobilindustrie. Hier wirken sich die Klimaschutzziele hemmend aus und verstärken die Nachwirkungen des Dieselskandals. Die Wirtschaftsanalysten der acht Institute sind sich einig, dass die Verkaufszahlen bei Dieselfahrzeugen und Benzinfahrzeugen zeitnah noch kräftig deutlicher als bisher einbrechen werden. Die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren wurde vom Sommer 2018 bis zum Sommer 2019 bereits um etwa 20 Prozent zurückgefahren. In Deutschland dürften dazu in den nächsten Monaten auch die über die Reduzierung der Mehrwertsteuer günstigeren Bahntickets beitragen. Positive Punkte sind die noch immer niedrigen EZB-Zinsen sowie die zuletzt deutlich gestiegenen Durchschnittseinkommen. Das heißt, ein Teil der Verluste bei Exporten wird aktuell durch eine verstärkte Nachfrage aus dem Inland ausgeglichen. Die geringe Lukrativität der Zinsen für Sparanlagen fördert erfahrungsgemäß Investitionen in den Konsum. Anzeichen für eine längerfristige und extreme globale Wirtschaftskrise sehen die Analysten aktuell nicht. Ihren Prognosen zufolge soll sich das Wirtschaftswachstum bereits im Jahr 2020 wieder erholen.

Quelle: GD Herbst 2019, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie