Wie lang sind die Wartezeiten auf einen Arzttermin aktuell?

Inzwischen wird die Situation bei den Wartezeiten auf einen Arzttermin in vielen Regionen Deutschlands immer schlechter. Das zeigen aktuelle Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Bei der Frage nach den Wartezeiten auf einen Arzttermin gibt es momentan erhebliche Unterschiede zwischen den Hausärzten und Fachärzten. Das geht aus einer Umfrage hervor, die von der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im März und April 2019 durchgeführt wurde. Dabei wurden rund 6.100 Bürgerinnen und Bürger befragt.

Wie sieht die Lage bei Hausarztterminen und Facharztterminen genau aus?

Bundesweit haben 37 Prozent der Befragten derzeit noch die Chance, bei ihrem Hausarzt sofort einen Termin zu bekommen. 19 Prozent müssen zwischen einem und drei Tagen auf einen Termin warten. Jeder zehnte Befragte gab an, bis zu einer Woche auf einen Termin beim Hausarzt warten zu müssen. Bei 7 Prozent der Befragten liegen die Wartezeiten auf einen Hausarzttermin bei bis zu drei Wochen. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass 4 Prozent der Umfrageteilnehmer mehr als drei Wochen auf einen Hausarzttermin warten müssen. Bei den Facharztterminen sieht die Lage ganz anders aus. Nach der Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung müssen sich 30 Prozent der Patienten bereits länger als drei Wochen gedulden. 21 Prozent der Patienten warten im Durchschnitt zwei bis drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt. Termine binnen ein bis drei Tagen können nur noch zehn Prozent der Fachärzte vergeben. Die Chance, noch am gleichen Tag bei einem Facharzt dranzukommen, liegt bundesweit bei 16 Prozent. Die ermittelten Wartezeiten bei Fachärzten beziehen sich ausschließlich auf Fälle, in denen es eine Überweisung des Hausarztes gab.

Wie ist die Versorgungslage bei Haus- und Fachärzten allgemein?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ließ den Patienten auch die Frage stellen, ob sie der Meinung sind, dass sich genügend Ärzte in ihrer Nähe befinden. Bei den Hausärzten ist 27 Prozent der Befragten der Weg zu lang. Dieser Anteil ist in Bezug auf Facharztpraxen mit 44 Prozent wesentlich höher. Die Resultate der Befragung zeigen einen Widerspruch auf, denn theoretisch gibt es in Deutschland genügend Ärzte. Statistisch kommt ein Arzt auf 1.000 Einwohner. Doch bei der regionalen Verteilung gibt es gravierende Unterschiede. Große Städte weisen häufig eine Überversorgung auf, während in den Kleinstädten und ländlichen Regionen große Lücken klaffen. Sie könnten beispielsweise mit Videosprechstunden geschlossen werden. Doch die Mehrheit der Patienten in Deutschland traut den Videosprechstunden nicht. Quer durch alle Altersgruppen lehnen 62 Prozent der Befragten diese Art der Diagnostik ab. Interessant daran ist, dass selbst jüngere Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren, für die der Umgang mit dem Internet eine Selbstverständlichkeit ist, diese Behandlungsform mehrheitlich ablehnen.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung