Werden Tornados in Deutschland häufiger?

Der globale Klimawandel geht mit einer steigenden Häufigkeit von Unwettern einher. Dazu gehören auch Tornados. Die Bilanz der letzten Jahre ist allerdings sehr wechselhaft.

Die Frage, ob es mehr Tornados in Deutschland gibt, lässt sich anhand der gemeldeten und geprüften Fälle nicht bejahen. Allerdings zeigte die erste Augusthälfte 2018, dass sich die Situation auch sehr schnell ändern könnte.

Wie sehen die Statistiken zu den Tornados in Deutschland aus?

Recht zuverlässige Daten liefert die von Thomas Sävert betriebene Tornadoliste. Er sucht übrigens aktuell gerade Sponsoren, um den Umfang der dort bereitgehaltenen Informationen noch weiter zu vergrößern. Innerhalb des letzten Jahrzehnts weist seine Liste keine signifikante Steigerung der Häufigkeit von Tornados in Deutschland aus. Für das Jahr 2009 wurden 218 Tornados erfasst. Im Jahr 2017 schlagen 227 gemeldete Tornados zu Buche. Eine gravierende Abweichung brachte allerdings das Jahr 2016. Damals lag die Anzahl der Tornados mit 487 bei mehr als dem Doppelten des langjährigen Durchschnittswerts.

Im August 2018 hatten die Tornados in Deutschland Hochsaison

Der 9. August 2018 ist ein sehr markantes Datum in der Tornadoliste. An diesem Tag wurden insgesamt mehr als ein Dutzend Tornado-Verdachte gemeldet. Noch ist allerdings nicht abschließend geprüft, ob es sich tatsächlich um Tornados gehandelt hat. Auch zur Stärke gibt es bis dato noch keine verlässlichen Angaben. Betroffene Orte waren unter anderem Besigheim und Eybach in Baden-Württemberg. Die meisten Verdachte wurden aus Niedersachsen gemeldet. Auf der Liste finden sich hier Wehnsen, Gretesch, Cuxhaven, Bad Deckenstedt, Schwanewede, Otterndorf und Warmsen. Insgesamt gehen auf das Konto des Jahres 2018 bereits 99 bestätigte und vermutete Tornados.

Dabei wird es nicht bleiben, denn der DWD geht davon aus, dass die Hitze- und Dürreperiode am letzten Augustwochenende mit einigen heftigen Gewittern beendet wird. Dann soll es auch endlich bundesweit nennenswerte Regenmengen geben. Für die Landwirtschaft kommen sie zu spät, denn aus vielen Bundesländern wurden Ernteausfälle mit einem Wert von drei Milliarden Euro und mehr gemeldet. Aber ausgedehnte Wanderungen in den Wäldern könnten dann wieder möglich sein. Aktuell ist dafür die Waldbrandwarnstufe vielerorts noch zu hoch.

Quelle: Tornadoliste, DWD