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Waldbrandkatastrophe: Firefighter in Kalifornien stoßen an ihre Grenzen

Forest fire in the Courel range

Das Jahr 2020 geht als schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte von Kalifornien ein. So groß wie in diesem Jahr war die durch Buschfeuer betroffene Fläche noch nie.

Nach den offiziellen Angaben des California Fire Department haben die Waldbrände in Kalifornien inzwischen eine Fläche von mehr als 2 Millionen Acres in Staub und Asche verwandelt. Ein Acre entspricht knapp 4047 Quadratmetern. Das heißt, umgerechnet fiel der Bewuchs auf einer Fläche von mehr als 8.800 Quadratkilometern den Flammen zum Opfer. Das übertrifft sogar die Werte, die von den verheerenden Bränden im Jahr 2018 gemeldet wurden. Bisher kosteten die Flammen acht Menschen das Leben und vernichteten rund 3.900 Gebäude. Die Brände sind eine Folge des Klimawandels und heizen gleichzeitig die globale Erwärmung durch die Vernichtung riesiger Waldflächen sowie die Freisetzung von CO2 und Feinstaub weiter an.

Hitzewelle facht die Feuer in Kalifornien weiter an

Allein schon die genannten Werte zeigen, dass es sich um eine Katastrophe riesigen Ausmaßes handelt. Deshalb wurde in Kalifornien von Gouverneur Gavin Newsom bereits der Notstand ausgerufen. Ein Ende der Waldbrandsaison 2020 ist nicht in Sicht. Zwar sind in einigen Regionen die Temperaturen etwas gefallen, aber Südkalifornien soll nach den aktuellen Einschätzungen der Wetterdienste noch mindestens bis zum Wochenende Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius bekommen. Von hilfreichen Niederschlägen ist dort weit und breit keine Spur zu finden. Am Wochenende knackten die Woodland Hills mit 121 Grad Fahrenheit den bisherigen Hitzerekord aus dem Jahr 2006. Das sind umgerechnet 49,5 Grad Celsius. Die Hitzewelle sorgte mit einer Überlastung des Stromnetzes für einen größeren Blackout in Los Angeles. Zeitweise waren rund 115.000 Haushalte ohne Strom.

Regionale Feuerwehren bekommen Unterstützung vom Militär

Zusätzlich zu den Großbränden im Norden Kaliforniens sind nun auch neue Waldbrände rund um Los Angeles entstanden. Ein Beispiel dafür ist das El Dorado Fire in der Nähe von San Bernadino, das sich explosionsartig ausgebreitet hat. Die Forstverwaltung und das Fire Department haben sich deshalb dazu entschlossen sämtliche Straßen, Wanderwege und Campingplätze im Angeles National Forest mindestens bis zum Ende der Woche zu sperren. Ein Mitarbeiter der Forstverwaltung benannte als Gründe das extreme Verhalten der Brände und die inzwischen fast vollständig ausgeschöpften Ressourcen der Feuerwehren. Im Laufe des 8. September 2020 werden auch für Südkalifornien umfangreiche Evakuierungsanordnungen erwartet. Die kalifornische Feuerwehr hat bereits eine Vereinbarung aktiviert, die im Ernstfall Unterstützung durch Flugzeuge des Militärs zusichert.

Wie ist die Lage aktuell in Nordkalifornien?

Die Hitze hat dafür gesorgt, dass sich die Lage im Norden von Kalifornien weiter zugespitzt hat. Gute Nachrichten gab es lediglich vom SCU Lightning Complex und LNU Lightning Complex, wo die Feuerwehren inzwischen mehr als 90 Prozent der Flammenwalzen unter Kontrolle gebracht haben. Beim CZU Lightning Complex kontrollieren sie 80 Prozent der Flammenwände. Ganz anders sieht es beispielsweise beim Creek Fire im Nordosten von Fresno aus. Das Feuer brach am 4. September 2020 aus und hat sich auf eine Fläche von rund 320 Quadratkilometer ausgeweitet, obwohl fast 1000 Feuerwehrleute gegen die Flammenwalzen kämpfen. Von einer Kontrolle der Flammenwände kann dort nicht einmal ansatzweise gesprochen werden.

Quelle: California Fire Department, LA Times