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Von Aussterben bedrohte Tierarten: Wie helfen Züchter und Zoos?

Weltkugel mit Baum

Die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten wächst ständig. Jeder kleine Beitrag hilft, die Artenvielfalt auf der Erde zu erhalten.

Der Beitrag Deutschlands, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu retten, war Inhalt einer Kleinen Anfrage von Abgeordneten der Linken-Fraktion im Bundestag. Inzwischen liegt die Antwort der Bundesregierung vor. Das dort enthaltene Zahlenmaterial belegt, dass es in Deutschland umfangreiche und teilweise sehr erfolgreiche Zuchtbemühungen gibt. Außerdem sind die Zoologischen Gärten in Deutschland wichtige Ansprechpartner, wenn es um die artgerechte Unterbringung von Tieren geht, die vom Zoll beschlagnahmt wurden. Allerdings benennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage dazu keine konkreten Zahlen.

Bericht zum Umgang mit bedrohten Tierarten ist nicht nur positiv

Allerdings zeigt sich dort auch ein Problem. Die Betreiber deutscher Tierparks importieren viele Tiere, um sie in den eigenen Gehegen und Häusern auszustellen und eigene Zuchten zu starten. Sie stammen zu einem großen Teil aus sogenannten Wildtierfängen. Dazu gehören auch zahlreiche Tierarten, die in freier Natur nur noch in geringen Stückzahlen anzutreffen sind. Das lässt die Wildtierfänge zu Gunsten der Zoologischen Gärten trotz der oft erfolgreichen Zuchtbemühungen in einem sehr kritischen Licht dastehen. Außerdem bemängeln die Linken-Abgeordneten in ihrer Anfrage die in einigen Zoos übliche Praxis, „überschüssige“ (weil für die Zucht nicht geeignete) Tiere zu töten. Sie verweisen dabei auf das Beispiel eines zeugungsunfähigen Löwen in einem Zoo in Süddeutschland sowie die strafrechtlich verurteilten Betreiber eines Zoos in Sachsen-Anhalt, die im Jahr 2007 drei Tigerbabys töteten.

Wie haben deutsche Zoos Projekte zur Auswilderung unterstützt?

Trotz aller Kritik leisten Tierparkbetreiber in Deutschland einen wichtigen Beitrag, um die Bestände bei einigen vom Aussterben bedrohten Tierarten aufzustocken. Die Bundesregierung benennt als Beispiele zwei Philippinenkrokodile, die im Zoo Köln das Licht der Welt erblickten. Sie wurden für die Ergänzung der nur noch rund hundert Exemplare umfassende Population in freier Wildbahn auf den Philippinen bereitgestellt. Ebenfalls aus den Zuchten in deutschen Zoos stammten mehrere Servale und Mendesantilopen, die erfolgreich in Tunesien ausgewildert wurden. Tierparkbetreiber helfen außerdem mit der Bereitstellung von Zuchttieren, die Population der Przewalski-Pferde in Kasachstan zu erhalten. Vietnams Bestände der Spix-Aras wurden ebenfalls durch ausgewilderte Tiere aus deutschen Zoos verstärkt. Außerdem wurden mehrere Fischadler zur Verstärkung der Bestände in Israel sowie Annam-Bachschildkröten und Bartgeier für Auswilderungsprojekte in der Schweiz zur Verfügung gestellt.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/28309