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Vogelgrippe ist im Rostocker Zoo angekommen

Die Vogelgrippe ist jetzt auch im Rostocker Zoo angekommen. Bei einem verendeten Storch wurde das gefährliche Virus H5N8 festgestellt, wie Till Backhaus, der Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, am Donnerstag in Schwerin bestätigte. Bereits am Wochenende sind seinen Angaben zufolge zwei weitere Störche gestorben und die übrigen neun Störche im Rostocker Zoo mussten wegen Verdachts auf die Vogelgrippe ebenfalls getötet werden. Ob diese ebenfalls an der Vogelgrippe litten, muss jetzt noch durch Untersuchungen geklärt werden.

Ebenfalls mussten 23 Enten ihr Leben lassen, da sie im selben Gebäude wie die Störche untergebracht waren. Das vorrangige Ziel bei der Tötungsaktion sei es, den Infektionsherd zu bekämpfen und so eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe zu vermeiden. Allerdings wolle man, sofern es keine weiteren Hinweise auf die Vogelgrippe gebe, von der Tötung der übrigen Vögel im Rostocker Zoo absehen.

Dafür müssen alle Vögel im Bestand einzeln untersucht und Proben von ihnen genommen werden, erklärte Zoodirektor Udo Nagel. Aktuell sind 500 Vögel im Rostocker Zoo zu bestaunen, darunter auch 30 streng geschützte und seltene Arten, wie etwa die Seeadler und die Flamingos. Futtermittel und Einstreu werden aufgrund der aktuellen Fälle ebenfalls genauer untersucht, denn bisher ist unklar, wie das Virus die Vögel überhaupt befallen konnte. Die Vögel sind allesamt in überdachten Volieren oder Stallgebäuden untergebracht. Am Donnerstag musste der Zoo in Rostock sogar geschlossen werden, heute soll er seine Pforten aber schon wieder öffnen.

Stallpflicht in Mecklenburg-Vorpommern bleibt bestehen

Nach den Vorfällen im Rostocker Zoo erklärte Backhaus, dass die Stallpflicht in den Risikogebieten, vor allem in Gewässernähe, weiterhin bestehen bleibt. Eigentlich sollte die Stallpflicht schon in naher Zukunft gelockert werden, doch davon sieht man nun zunächst ab. Zudem habe man eine Überwachungszone im Umkreis von zehn Kilometern rund um den Rostocker Zoo errichtet, so Backhaus weiter. Alleine im Umkreis von drei Kilometern um den Zoo herum leben 95 Hobby-Geflügelzüchter und –halter. Diese sollen ihre Tiere vorerst nicht töten müssen, erklärte Backhaus.

Grund dafür: Die Seuche ist (hoffentlich) nur in einem kleinen Bestand ausgebrochen. Anfang November gab es dagegen in Heinrichswalde im Kreis Vorpommern-Greifswald einen Vogelgrippe-Fall, von dem 30.000 Puten betroffen gewesen seien. Dabei starben 2.000 Tiere an der Vogelgrippe, der restliche Bestand musste getötet werden. Ob die Hobby-Geflügelhaltungen ihre Tiere doch noch töten müssen, hängt jetzt von den weiteren Untersuchungen ab.

Fakt ist aber: Die Zahl der Vogelgrippe-Fälle häuft sich. Mitte November wurde der H5N8-Virus erstmals bei einem Wildvogel, nämlich einer Krickente, auf Ummanz nachgewiesen. Am Mittwoch hatte man bereits in Sachsen-Anhalt die Vogelgrippe bei zwei Wildenten nachgewiesen.

Quelle: Welt