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Studenten-Rekord in Deutschland

Im Wintersemester 2015/2016 sind so viele Studenten wie nie zuvor an den deutschen Unis eingeschrieben – fast 2,8 Millionen. In der Politik ist die Freude groß. Auch die Hochschulrektorenkonferenz feierte den Rekordwert – allerdings nicht, ohne zuvor noch mehr Geld vom Staat für die „permanente Hochleistung“ ihrer Unis zu fordern. Kritiker dagegen sehen die Tendenz eher mit gemischten Gefühlen, gehen gar davon aus, dass man es in Deutschland mit der akademischen Bildung übertreibe.

Die Studentenzahlen haben sich in Deutschland in den letzten 15 Jahren stetig nach oben entwickelt. Waren es 2000 noch gut 1,8 Millionen Studenten, konnte bereits drei Jahre später erstmals die Zwei-Millionen-Marke geknackt werden. Eine Zeitlang stagnierte die Studentenzahl, 2008 aber begann der massive Aufwärtstrend. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht absehbar. Zusätzlich werden 50.000 studierwillige Flüchtlinge die Unis besuchen wollen, wie die Friedrich-Ebert-Stiftung kürzlich mitteilte.

Studenten: Erstsemester rückläufig

Auf der anderen Seite ging die Zahl der Erstsemester zurück. Grund dafür: In den großen Bundesländern gab es zu Beginn des Jahrtausends doppelte Abiturjahrgänge, so dass besonders viele Abiturienten an die Unis strömten. Dieser Run konnte sich anschließend etwas beruhigen, allerdings lag die Stagnation auf hohem Niveau. Dennoch ist die Zahl der Erstsemester mit einer halben Million noch extrem hoch. Auch der Rückgang im Vergleich zum Wintersemester 2014/2015 fielt mit 0,2 Prozent nur sehr gering aus. Gleichzeitig drängen immer mehr ausländische Studenten an die Unis, so dass der leichte Rückgang schnell wieder wettgemacht ist.

Betrachten sollte man in diesem Zusammenhang auch das Verhältnis zwischen Studenten und Auszubildenden und dieses ist derzeit ausgewogen. Vor allem Unternehmen, die oft händeringend nach Lehrlingen suchen, sehen den Zustand besorgt. Wie aus dem aktuellen Berufsbildungsbericht hervorging, ging die Zahl der Ausbildungsverträge erneut zurück, auf nur noch 520.000. Der Vorsprung gegenüber den Studienanfängern (500.000) ist damit extrem gering.

Die Bundesregierung hat auf den Trend reagiert, sogar ein Berufseinstiegsprogramm initiiert, das insgesamt 1,3 Milliarden Euro verschlingt. Damit will man schon an den Schulen, auch an Gymnasien, den Wert klassischer Lehrberufe vermitteln.

Anhaltend hohe Studentenzahlen – was bedeutet das für die Wirtschaft?

Wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, starten 53 Prozent der Schulabgänger in Deutschland ein Studium oder einen ähnlich hohen Bildungsgang. Wie Stefan Kapferer, Generalsekretär der OECD erklärt, könnte die Zahl sogar noch höher liegen, da der OECD-Schnitt bei 60 Prozent angesiedelt ist.

Die Wirtschaftsverbände kritisieren den hohen akademischen Bildungsgrad junger Menschen. Der „Akademisierungswahn“ müsse gestoppt werden, heißt es. Dazu gehöre auch, dass man jungen Menschen nicht verspricht, wer studiert, kann im Laufe des Lebens eine Million Euro mehr verdienen. Das sei die völlig falsche Botschaft. Befürworter der akademischen Bildung führen dagegen an, dass ein Studium der effektivste Schutz gegen Arbeitslosigkeit sei. Schließlich würden 88 Prozent der Personen mit Uni-Abschluss arbeiten.

Auf der anderen Seite gibt es aber eine hohe Zahl von Studienabbrechern. Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung geht davon aus, dass jeder dritte Student an einer Hochschule und jeder vierte Student an einer Fachhochschule scheitert. Allerdings sind genaue Statistiken zu den erfolglosen Studenten derzeit nicht bekannt.

In diesem Zusammenhang verweist man auch darauf, dass die Abbrecherquote bei den technischen Studiengängen, die am Arbeitsmarkt besonders gefragt sind, überdurchschnittlich hoch sei. Im Studiengang Bauingenieurwesen brechen 51 Prozent das Studium ab, im Studiengang Mathematik sind es noch 47 Prozent.

Quelle: Welt