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Stiftung Warentest untersucht Matratzen

Schlafstörungen und Rückenleiden gehören längst zu den Volkskrankheiten Nummer 1 in Deutschland. Alleine Rückenschmerzen sorgen Jahr für Jahr für 40 Millionen Fehltage. Da wundert es nicht, dass die Deutschen bereit sind, für bequeme, rückenschonende Matratzen ein kleines Vermögen auf den Tisch zu legen. Die Stiftung Warentest hat dies jetzt zum Anlass genommen, um besonders hochpreisige Matratzen unter die Lupe zu nehmen – mit erschreckendem Ergebnis.

Was sollten Matratze und Lattenrost können?

Zunächst einmal muss man dafür beachten, was Matratze und Lattenrost können müssen. Bei einer guten Matratze wird der Körper unterstützt, Rückenschläfern hilft sie, die Doppel-S-Form der Wirbelsäule zu erhalten. Da die meisten Menschen aber auf der Seite schlafen, verlagern sich die Körperschwerpunkte auf Schulter und Becken, wie Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) erklärt. Daher darf die Wirbelsäule auch bei Seitenschläfern nicht durchhängen, sondern muss die Matratze dafür sorgen, dass der Rücken gerade aufliegt.

Auch der Härtegrad der Matratze ist entscheidend. Sie muss hart genug sein, um auch schwere Körperpartien stützen zu können, gleichzeitig aber weich genug, dass auf Becken und Schultern kein Druck entsteht. Unterstützen kann man die Matratze zusätzlich mit einem guten Lattenrost.

Was sagt Stiftung Warentest zum Matratzenmarkt?

Stiftung Warentest fasst sein Testurteil so zusammen: Die meisten Matratzen sind überteuert und die Lattenroste werden „maßlos überschätzt“: Anita Stocker, die Chefredakteurin der Zeitschrift „test“ erklärt zudem, dass die Werbeversprechen der Hersteller oft haltlos seien.

Insgesamt 14 Kaltschaummatratzen aus dem höherpreisigen Segment, teils über 1.000 Euro teuer, wurden im aktuellen Test mit 200 günstigen Modellen verglichen, die in den letzten sechs Jahren getestet wurden. Das beste Modell unter all diesen Matratzen ist die Kaltschaummatratze von Bett1.de für 199 Euro. Die teuren Modelle können da nicht mithalten.

Noch krasser fällt das Urteil für die ebenfalls oft teuren Lattenroste aus. Sie könne man sich getrost sparen, so Stocker. Unter den getesteten Modellen gab es keines, das den Liegekomfort verbessern konnte. Einige verschlechterten ihn sogar. Stattdessen sollten sich Verbraucher lieber selbst einen Lattenrost bauen. Mit den Materialien aus dem Baumarkt käme der dann nur 35 Euro.

Matratzenbranche reagiert empört

Auf die Empfehlungen von Stiftung Warentest reagierte die Branche empört, wie nicht anders zu erwarten. Ulrich Leifeld, Geschäftsführer des Fachverbands der Matratzenindustrie, betonte, dass der Rat der Tester „fahrlässig“ sei. So könne ein selbst zusammengebauter Lattenrost nie die Anforderungen erfüllen, die an diesen gestellt werden. Sind die Abstände zwischen den Latten zu groß gewählt, könne der Lattenrost die Matratze nicht mehr ausreichend stützen, bei zu geringen Abständen könnte diese nicht mehr gut belüftet werden und es könnte sich Schimmel bilden. Allerdings, so Leifeld weiter, käme es in erster Linie auf eine gute Matratze an. Denn auch der beste Lattenrost könne aus einer schlechten Matratze keine bequeme Schlafstatt machen.

Was sollten Verbraucher beim Matratzenkauf beachten?

Die Stiftung Warentest hat auch in diesem Bereich getestet, ließ sich in verschiedenen Fachgeschäften beraten. Fast immer wurde zur teuersten Matratze geraten und auch einen neuen Lattenrost wollten die Anbieter oft mit verkaufen. Dabei kann der seine Dienste oft länger tun, als die Matratze an sich. Einige Anbieter schlossen sogar die Garantie aus, wenn der Lattenrost nicht mit gekauft wurde.

Verbraucher sollten sich von solchen Einschüchterungsversuchen nicht unter Druck setzen lassen. Statt einen neuen Lattenrost zu kaufen, nur um die Garantie für die Matratze zu erhalten, sollte man sich nach Alternativen umsehen. Auch sollten die individuellen Wünsche genau berücksichtigt werden. Wer kein verstellbares Kopf- oder Fußteil braucht, der sollte dafür auch nicht extra zahlen. Ideal ist es zudem, wenn man auf der Matratze probeliegen kann. Viele Hersteller bieten das sogar im heimischen Bett an.

Quelle: Morgenpost