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Schwere Buschbrände wüten in Kalifornien

Längere Trockenheit und hohe Temperaturen haben dafür gesorgt, dass Südkalifornien 2014 deutlich früher von Buschbränden heimgesucht wird, als es in anderen Jahren der Fall war. Besonders stark betroffen ist die Region rund um San Diego, wo inzwischen schon der Notstand durch den kalifornischen Gouverneur ausgerufen wurde.

Das Ausmaß der Buschbrände in Kalifornien

Die südkalifornische Kleinstadt Carlsbad musste wegen der Buschbrände vollständig geräumt werden. Mittlerweile durften die rund 23.000 Einwohner wieder in die Stadt zurück, aber viele Menschen trafen auf Schäden an ihren Häusern. Fast zwei Dutzend Gebäude wurden vollständig zerstört. Auch Legoland Carlsbad musste wegen der Buschbrände in Kalifornien vorübergehend schließen. Eine Universität und sogar ein Militärstützpunkt mussten ebenfalls geräumt werden. In vielen der vom Feuer bedrohten Orten bleiben die Schulen geschlossen.

Welche Ursachen haben die frühen Buschbrände in Kalifornien?

In den letzten Tagen gab es keinen Regen und Temperaturen von örtlich bis zu 38 Grad Celsius. Vor allem die starken Winde sind eine Gefahr für die Einsatzteams und die Bewohner. Sie fachen die Buschbrände immer wieder an und sorgen dafür, dass sie sich mit einer rasanten Geschwindigkeit ausbreiten. Die zweite Jahreshälfte 2013 und der Jahresbeginn 2014 zählen zu den trockensten Zeiten, die Kalifornien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt hat. Es wird bereits von einer Jahrhundertdürre gesprochen. Deshalb gehen die lokalen Feuerwehren jetzt schon davon aus, dass es im Sommer 2014 in Südkalifornien ungewöhnlich viele Buschbrände geben wird. Allerdings soll es nach Angaben der Regionalverwaltung San Diego auch Hinweise geben, dass es sich bei den aktuellen Buschbränden um Brandstiftung handeln könnte.

Die schwersten Buschbrände in Kalifornien in den letzten Jahren

Die bisher schlimmsten Buschbrände erlebte Kalifornien in den Jahren 2003 und 2007. Die Feuer rund um San Diego im Jahr 2007 forderten fünfzehn Menschenleben und hinterließen auf einer Fläche von mehr als tausend Quadratkilometern nur Ruß und Asche. Bei dem so genannten „Cedar“-Feuer fielen über 2.800 Gebäude den Flammen zum Opfer. Noch schlimmer waren die Folgen der Buschfeuer, die sich im Jahr 2007 in Südkalifornien ausbreiteten. 2007 war eine Fläche von rund 1.900 Quadratkilometern betroffen und 1.700 Gebäude wurden vernichtet. Auch Großstädte bleiben von der Gefahr der Buschfeuer nicht verschont. 2013 mussten sogar die Unternehmen und Einwohner im Norden von Los Angeles um ihr Hab und Gut bangen.

Welche Folgen hat die Dürreperiode in Kalifornien?

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit haben dafür gesorgt, dass im südlichen Teil der Sierra Nevada kaum noch Schnee auf den Gipfeln zu finden ist. Das beweisen Aufnahmen, die von der NASA veröffentlicht worden sind. Prekär ist auch die Lage in der Wasserwirtschaft von Kalifornien. Der Folsom Lake ist eines der größten Wasserreservoire. Er liegt im Nordosten von Sacramento und verlor innerhalb von zwei Jahren mehr als drei Viertel des gesammelten Wassers. Schon seit drei Jahren gibt es in der Pazifikregion kaum noch Niederschläge. Deshalb ist der Dürre-Notstand in Kalifornien bereits seit Januar 2014 aktiv.

Auch die Wirtschaft hat unter den Klimakapriolen zu leiden

Neben der Filmindustrie ist die Landwirtschaft eine der Haupteinnahmequellen in Kalifornien. Gouverneur Jerry Brown befürchtet, dass ein großer Teil der jährlich rund fünfzig Milliarden Umsatz in der Landwirtschaft der anhaltenden Dürre zum Opfer fallen könnte. Das hat mittlerweile auch Barack Obama auf den Plan gerufen. Er sicherte den Farmern der Region bereits umfangreiche Hilfen zu. Dafür steht aktuell ein Budget von 160 Millionen Dollar zur Verfügung. Etwa 200.000 Hektar Land können wegen der Dürre nicht mehr bewirtschaftet werden. Allein das dürfte einen Schaden von rund fünf Milliarden Dollar verursachen.

Kalifornien nicht allein von Dürre betroffen

Der gesamte Westen der USA hat unter der schlimmsten Dürre seit 500 Jahren zu leiden. Insgesamt betrifft es knapp ein Dutzend Bundesstaaten an der Westküste und in der Mitte der USA. Dort ist die Lage teilweise bereits so bedrohlich, dass das Trinkwasser für die Bevölkerung knapp wird. Bei den meisten der betroffenen Bundesstaaten ist absehbar, dass sie bereits in den nächsten Wochen zu Katastrophengebieten erklärt werden müssen.