Rhein-Herne-Kanal: Jahrestag der ersten Schiffspassage

Der 17. Juli ist für den Rhein-Herne-Kanal ein wichtiges Datum, denn an diesem Tag nutzte im Jahr 1914 erstmals ein Schiff die künstlich angelegte Wasserstraße. Sie ist heute aus den Verkehrsinfrastrukturen in Nordrhein-Westfalen nicht mehr wegzudenken.

Der Rhein-Herne-Kanal wurde seit seiner Eröffnung mehrfach ausgebaut. Die erste Runderneuerung erfolgte in den Jahren 1968 bis 1995. Seit knapp einem Jahrzehnt wird erneut an der Wasserstraße mit der Gewässerkennzahl 74001 gebaut. Die Fertigstellung soll nach den offiziellen Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes im Jahr 2025 erfolgen. Der aktuelle Ausbau umfasst den Ausbau von Gelsenkirchen bis nach Henrichenburg. Ist der Ausbau abgeschlossen, wurde der komplette Rhein-Herne-Kanal saniert.

Zahlen und Fakten rund um den Rhein-Herne-Kanal

Der Rhein-Herne-Kanal bringt es aktuell auf eine Gesamtlänge von 45,4 Kilometern. Die wichtigsten Häfen entlang der Trasse sind die Stadthäfen Gelsenkirchen und Recklinghausen sowie der Kanalhafen Duisburg. Das künstliche Gewässer wurde inzwischen von zahlreichen Fischarten bevölkert. Am häufigsten sind Rotfedern, Rotaugen, Brassen, Flussbarsche, Aale, Zander und Karpfen anzutreffen. Mit etwas Glück haben Angler auch Hechte oder Regenbogenforellen am Haken. Für das hohe Verkehrsaufkommen sorgt die Tatsache, dass der Kanal eine direkte Verbindung sowohl zum Rhein als auch zum Dortmund-Ems-Kanal hat. Das Wasser für den Rhein-Herne-Kanal stammt im Normalfall aus der Lippe und der Ruhr. Lassen das die dortigen Pegel nicht zu, wird ergänzend Wasser aus dem Rhein in den Kanal gepumpt. Für einen durchgehend guten Wasserstand sorgen zusätzlich Rückpumpsysteme an den Schleusen. Sie sind dringend notwendig, um die mehr als 31 Meter Höhenunterschied im Verlauf des Rhein-Herne-Kanals zu überwinden.

Welche Schleusen stehen am Rhein-Herne-Kanal zur Verfügung?

Aktuell sind sechs Schleusengruppen in Betrieb, denn im Jahr 1991 ersetzte die Zwillingsschleuse Herne-Ost die bis dahin betriebene Schleuse Herne-West. Von Herne-West sind seit dem Rückbau nur noch die Außenmauern der Schleusenkammer zu sehen. Die Schleuse Herne-Ost hält einen Rekord, denn hier müssen die Schiffe mit 12,8 Metern den größten Höhenunterschied überwinden. Eine Passage dauert hier rund eine Viertelstunde. Auf dem zweiten Platz der größten Fallhöhen belegt am Rhein-Herne-Kanal mit 8,4 Metern die Schleusengruppe Wanne-Eickel. Mit einer Höhendifferenz von 6,2 Metern schafft es die Schleusengruppe Gelsenkirchen auf den dritten Rang.

Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes