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Rekordhalter: Wo verkehrt die älteste U-Bahn der Welt?

The illuminated Tower Bridge at night

In der Rubrik älteste U-Bahnen der Welt schafft es die Metropole London gleich in mehreren Unterkategorien auf den Spitzenplatz. Deshalb stellen wir Ihnen die Rekorde der dortigen Metro vor.

In unserer kleinen Reihe der Rekorde widmen wir uns heute dem Thema älteste U-Bahn der Welt. Das hat einen guten Grund, denn einer der Rekordhalter darf heute das 150-jährige Jubiläum der Eröffnung feiern. Dabei handelt es sich um die Tower Subway in London. Doch es ist nicht der einzige Rekord, den der öffentliche Nahverkehr in der britischen Hauptsta. t aufstellt.

Naenser Tunnel: Ein Meilenstein auf dem Weg zur ältesten U-Bahn der Welt

Eine technische Herausforderung beim Bau von U-Bahnen war die Abstützung der Tunnelröhren. Die bis dahin üblichen Röhren in Tonnenbauweise sowie die Abstützung der Tunneldecken mit Holz wurde von den Ingenieuren als nicht ausreichend betrachtet. Der Wahlösterreicher Franz von Rziha hatte schon umfangreiche Erfahrungen beim Bau der Wilhelmsbahn, dem Czernitz-Tunnel sowie bei den Tunneln der Ruhr-Sieg-Bahn gesammelt. Zu Beginn der 1860er Jahre entwickelte er ein System zur Stahlrüstung als Abstützung der Eisenbahntunnel. Es kam beim Ippensen-Tunnel und bei Naenser Tunnel erstmals erfolgreich zum Einsatz und machte auch den Bau des ersten Abschnitts der Metropolitan Railway möglich. Er verband die Londoner Bahnhöfe King’s Cross und Paddington und gilt heute als älteste U-Bahn der Welt.

Die Londoner Metro ist auch bei den Röhrenbahnen der Rekordhalter

Am 2. August 1870 ging die Tower Subway in Betrieb. Dabei handelt es sich um einen Streckenabschnitt, der durch einen tief unter der Themse liegenden Röhrentunnel führt. Der Themse-Tunnel wurde von 1995 bis 1998 wegen einer komplexen Sanierung sowie von 2007 bis 2010 wegen einer Streckenverlängerung geschlossen. Seit 1995 steht der Röhrentunnel der Londoner U-Bahn unter Denkmalschutz.
Die Bezeichnung Röhrentunnel leitet sich aus dem bei der Bohrung entstehenden kreisförmigen Querschnitt der Tunnel ab. Dafür war die Erfindung der ersten Schildvortriebmaschinen notwendig. Sie wurde von Sir Marc Isambard Brunel zusammen mit Thomas Cochcrane eigens für den Bau der Unterquerung der Themse in London entwickelt. Er nutzte mit dem Schiffsbohrwurm ein Vorbild aus der Natur. Die damals als Schalung verwendeten Stahlelemente werden heute durch Beton-Stahl-Elemente ersetzt. Außerdem wurde das Verfahren der Bohrung und Schalung automatisiert. Inzwischen gibt es außerdem Schildvortriebmaschinen in unterschiedlichen Ausführungen, die auf verschiedene Arten von Untergründen spezialisiert sind. Sie kommen nicht nur beim Bau von U-Bahnen zum Einsatz, sondern sind auch nützliche Helfer beim Bau von Eisenbahn- und Straßentunneln durch Berge.

Quelle: Structurae, Metro-Land, Subterranea Britannica