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Projekt „Ocean Cleanup“ startet 2018

Dass der Plastikmüll in den Meeren die Umwelt belastet, ist den meisten Menschen klar. Doch wirklich etwas dagegen unternehmen will bisher niemand. Anders sieht das der 22-jährige Niederländer Boyan Slat. Er rief das Projekt „Ocean Cleanup“ ins Leben, das dank großzügiger Spenden bereits im kommenden Jahr und damit früher als ursprünglich geplant, an den Start gehen kann.

Wie funktioniert „Ocean Cleanup“?

Slat will kilometerlange und schwimmende Röhren im Meer auslegen. Von ihnen aus soll eine Art Sieb ins Meer hängen. Dabei sind die Röhren so geplant, dass sich der Plastikmüll an einer bestimmten Stelle sammeln und von dort aus dem Meer geholt werden kann.

Ziel des ehrgeizigen Projekts ist es, Tausende Tonnen von Plastikmüll aus dem Pazifik einzusammeln. Slat hat sich hohe Ziele gesetzt. Er geht davon aus, dass binnen fünf Jahren die Hälfte des Plastikmülls aus dem Pazifik entfernt werden kann. Bereits vor vier Jahren machte Slat auf das Projekt aufmerksam und erntete großes Interesse.

Prototyp für „Ocean Cleanup“ wird bereits getestet

Ein Expertenteam aus 65 Mitarbeitern baute jetzt den ersten Prototypen und testet ihn derzeit in der Nordsee. Insgesamt soll das Projekt „Ocean Cleanup“ 50 dieser „Ozean-Staubsauger“ herstellen und im Pazifik installieren. Anfangs sollen die Bereiche zwischen Hawaii und Kalifornien bestückt werden. Dort treibt aktuellen Erkenntnissen zufolge besonders viel Plastikmüll im Meer. Der eingesammelte Müll wird dann an Land recycelt – natürlich gegen Geld.

Experten betrachten das Projekt kritisch. Sie halten es für unrealistisch in der Ausführung. Andere Experten sehen in „Ocean Cleanup“ einen Schritt in die falsche Richtung. Sie halten die Vermeidung von Plastikmüll für wichtiger, um der Ursache des Problems entgegen zu wirken. Doch alleine die Vermeidung weiteren Plastikmülls entfernt nicht den vorhandenen Plastikmüll aus den Weltmeeren.

Zudem ist die Vermeidung von Plastikmüll schwierig, da zu viele Dinge in Plastik verpackt sind. Slat selbst geht davon aus, dass die Menge des Plastikmülls in den Weltmeeren in den kommenden drei Jahren auf mehr als sieben Millionen Tonnen anwachsen könnte. Für sein ehrgeiziges Projekt erhält Slat auch nicht nur Kritik. Die UN ernannte ihn sogar zum „Champion der Erde“.

Quelle: dpa