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Osteopathie boomt trotz Kritik

Die sanfte Behandlungsmethode der Osteopathie boomt. Es handelt sich bei der auch unter den Namen Chiropraktik oder manuelle Medizin bekannten Behandlungsmethode um eine alternative Heilbehandlung. Den Boom zeigen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen – sie sind 2013 innerhalb nur eines Jahres auf 110 Millionen Euro angestiegen. Das entspricht einer Verdreifachung, so zumindest der NDR, der sich auf die Zahlen der 60 größten gesetzlichen Krankenkassen beruft. Grundlegende Annahme bei der Osteopathie ist, dass Schmerzen an einer Stelle des Körpers auf eine Ursache an einer ganz anderen Stelle zurückgehen. In der Behandlung sucht der Osteopath mit seinen Händen Blockaden, etwa im Bewegungsapparat oder im Magen-Darm-Bereich.

Große Kritik an Osteopathie hält an

Der Boom setzt sich trotz der teils massiven Kritik an der Behandlungsmethode weiter fort. Erst seit 2012 können die gesetzlichen Kassen auch die Kosten für die Osteopathie, etwa bei Störungen im Bewegungsapparat, übernehmen. Facharztverbände kritisieren, dass diese Leistungen auch Behandelnden mit nicht ausreichenden Qualifikationen zugutekommen. Darauf deutet der Anstieg der Mitglieder in den osteopathischen Berufsverbänden um das Doppelte innerhalb von nur drei Jahren hin.

Bereits zu Beginn des Jahres 2012 startete etwa die Techniker Krankenkasse ein Angebot für die Osteopathie. Eine Sprecherin der Kasse betonte jedoch, dass man sich an der Behandlung nur beteilige, wenn die Qualität stimmt. Die Qualifizierung der Osteopathen umfasse demzufolge eine Ausbildung von mehr als 1.350 Stunden. Bisher hätten die Patienten sich nach einer Befragung zufrieden mit der Behandlung gezeigt. Allerdings gibt es ebenfalls einige Berichte über Osteopathen, die die Probleme der Patienten verstärkt hätten. Außerdem betonte die Sprecherin der Techniker Krankenkasse, dass auch eine Physiotherapie in vielen Fällen ähnlich gute Wirkungen zeige.

Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie kritisiert fehlendes Berufsbild

Gabi Prediger, die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie, bemängelte dem NDR gegenüber, dass es bisher keine einheitlichen Richtlinien für die Ausbildung zum Osteopathen gäbe. Dadurch könnten Gefahren für die behandelten Patienten entstehen. Auch das komplett unreglementierte Berufsbild wird kritisiert, zumal der Bund keine Anzeichen erkennen lässt, dies ändern zu wollen. Das bestätigte auch eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin.