Neue Studie zur Wirkung von Videospielen auf die Gewaltbereitschaft

Immer wieder wird behauptet, dass das regelmäßige Zocken von Videospielen mit hohem Gewaltpotential Auswirkungen auf die Gewaltbereitschaft der Spieler im realen Leben haben könnte. Nun hat das Max-Planck-Institut die Ergebnisse einer gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Eppendorf durchgeführten Studie vorgelegt. Davon wird diese Behauptung nicht bewiesen.

Für die Studie zu den Auswirkungen von Computerspielen wurden die Probanden in drei Gruppen geteilt. Eine Gruppe beschäftigte sich gar nicht mit Videospielen. Die zweite Gruppe wurde während der zweimonatigen Testphase auf die gewaltfreie Familiensimulation „Die Sims 3“ fokussiert. Von der dritten Gruppe wurde in den zwei Monaten regelmäßig „Grand Theft Auto“ (kurz GTA) gezockt. Dieses Game wird öfters wegen der enthaltenen Gewalt- und Kriminalitätsbereitschaft kritisiert.

Wie fiel das Ergebnis der Studie zu den Computerspielen aus?

In den Kommentaren sprechen die Macher der Studie wörtlich von einem „starken Beweis gegen die negativen Auswirkungen“ von Computerspielen, in denen Gewalt und Kriminalität enthalten sind. Diese Schlussfolgerung resultiert aus der Tatsache, dass nach zwei Monaten keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen der Probanden gefunden wurden. Eigens dafür wurden die drei Gruppen umfangreichen Tests vor dem Beginn der Spielphase, unmittelbar nach dem Ende der Spielphase sowie zwei Monate nach dem Abschluss der Spielphase unterzogen. Damit liegt eine erste Studie vor, die auch die langfristig zu verzeichnenden Auswirkung gewalttätiger Computerspiele vor.

Welche Eigenschaften wurden bei der Studie ausgewertet?

Die Studie des Max-Planck-Institutes stellte nicht nur auf die unmittelbaren Auswirkungen auf die Gewaltbereitschaft der Probanden ab. Ergänzend wurde das Aggressionspotential insgesamt beurteilt. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen gewalttätiger Computerspiele auf die Empathie und die Risikobereitschaft der Probanden. Zusätzlich wurde mit Fragebögen getestet, ob die Videospiele eventuell die Tendenz zu Depressionen und das Angstverhalten haben. Für die Studie wurden 90 zufällig ausgewählte Teilnehmer rekrutiert, die in einer Voruntersuchung als psychisch gesund eingestuft wurden. Sie waren zwischen 18 und 45 Jahre alt, wobei der Altersdurchschnitt bei 28 Jahren lag. An der Studie nahmen 48 Frauen und 42 Männer teil, die zuvor weder „Grand Theft Auto“ noch „Die Sims“ gespielt hatten.

Quelle: nature.com