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Neue Pläne für eine Rentenreform in Deutschland

Angesichts der neuen Hochrechnungen zur Demografie und der aktuellen Entwicklung der Wirtschaft hält die zur SPD-Fraktion gehörende Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles eine komplexe Reform des deutschen Rentensystems für notwendig. Das kündigte sie im Zusammenhang mit einer zur Wochenbeginn veröffentlichten Statistik des Bundesarbeitsministeriums an. Nahles stimmt der Meinung von Horst Seehofer zu, der genau wie sie fordert, dass man Menschen, die ein Leben lang gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, später auch einen Verlass auf die Absicherung aus der GRV bieten sollte. Die Basis der Entwürfe zur Rentenreform sollen die Zahlen sein, die im Herbst 2016 zum aktuellen Stand der Rentenversicherung von der Bundesregierung veröffentlicht werden.

Welche konkreten Hinweise gibt es zur geplanten Rentenreform?

Die BILD bezieht sich in einem Artikel auf Hinweise darauf, dass es auch Veränderungen bei der Riesterrente geben wird. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sieht die Riesterrente als gescheitert an. Sollte diese Form der privaten Altersvorsorge abgeschafft werden, gäbe es 16,5 Millionen Betroffene. So hoch ist die Zahl der derzeit verzeichneten Rentenpolicen mit staatlicher Förderung. Allein im Jahr 2015 haben rund 200.000 Menschen eine solche Police abgeschlossen. Ein Grund dafür dürfte allerdings auch das niedrige Niveau der Zinsen bei sicheren „einfachen“ Geldanlagen wie beispielsweise das Festgeld sein. Auch Fondsanlagen und Bausparverträge erfreuen sich deshalb momentan als ergänzende Vorsorge einer großen Beliebtheit. Bei der angedachten Rentenreform dürfte auch mit beachtet werden, dass rund 12 Millionen Deutsche neben den Zahlungen aus der GRV Gelder aus einer betrieblichen Altersvorsorge erhalten.

Gefahr der Altersarmut ist nicht so groß wie vermutet

Immer wieder taucht in den Diskussionen der Hinweis darauf, dass die Hälfte der Deutschen künftig von Altersarmut betroffen sein könnten. Doch der die vom Bundesarbeitsministerium veröffentlichte Statistik zeichnet ein ganz anderes Bild. Im Jahr 2015 waren gerade einmal drei Prozent der Senioren in Deutschland auf eine Ergänzung ihrer Rente durch staatliche Hilfen angewiesen, obwohl rund acht Prozent eine Rente von weniger als 500 Euro pro Monat beziehen. Der Bericht benennt in dieser Gruppe vor allem diejenigen, die kurz nach dem Ende der Ausbildung in berufsständische Versorgungswerke wechseln konnten. Dazu gehören vor allem Anwälte und Ärzte. Das Problem der Bundesregierung und der gesetzlichen Rentenversicherung ist, dass in den nächsten Jahren besonders viele Menschen in die Rente wechseln.
Quelle: FAZ