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Lufthansa-Streik geht in die nächste Runde

Am Mittwoch, den 23. November 2016, startete der Streik bei der Lufthansa. 24 Stunden sollte der Pilotenstreik andauern. Auch heute noch wird gestreikt und ebenfalls ist für den morgigen Samstag ein Andauern des Streiks angesagt. Am morgigen Samstag, den 26. November 2016, werden alle Langstreckenverbindungen der Lufthansa, die aus Deutschland starten, gestrichen.

Gewerkschaft hält an berechtigtem Streik fest

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist sich sicher, dass der Streik berechtigt ist. Gerade in den Bereichen, in denen die angeblich „überbezahlten Piloten“ tätig sind, verdiene die Lufthansa gutes Geld. Auch eine Schlichtung nach mehr als vier Jahren hält die Gewerkschaft für fraglich, wenn bei der Airline der Wille fehle, einen Kompromiss zu erzielen. Dieser werde aufgrund der „Scheinangebote“ aber eben nicht ersichtlich, so VC-Vorsitzender Ingolf Schumacher.

Schon heute fallen bei der Lufthansa erneut 830 Flüge aus. Betroffen sind die Mittel- und Kurzstrecken. Insgesamt 100.000 Passagiere sind alleine vom heutigen Streiktag betroffen, wie die Lufthansa gestern mitteilte. Allerdings werden die Langstreckenflüge heute „nahezu planmäßig durchgeführt“. Bisher sind an den drei Streiktagen 2.618 Flüge ausgefallen, 315.000 Passagiere der Lufthansa kamen nicht an ihr Ziel. Die wenigsten Fluggäste sind nach Lufthansa-Angaben auf die Bahn umgestiegen. Die Lufthansa selbst forderte die Gewerkschaft jetzt noch einmal mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. Harry Hohmeister, Lufthansa-Vorstandsmitglied, erklärte, man sei für 120.000 Mitarbeiter verantwortlich. Um die Lufthansa zukunftsfähig aufzustellen, eben auch für diese Mitarbeiter, seien Lohnanpassungen von mehr als 20 Prozent aber nicht realistisch.

Zehn Millionen Euro Schaden pro Streiktag

Bereits seit April 2014 schwelt der Tarifstreit zwischen Lufthansa und VC. Zuletzt hatte der DAX-Konzern den Piloten 2,5 Prozent mehr Lohn bis Ende 2018 angeboten, die Gewerkschaft verlangt jedoch 22 Prozent mehr Gehalt bis April 2017. Diese Forderungen seien „abstrus“ und „völlig inakzeptabel“, so Hohmeister.

Außerdem verwies er auf den mit den Streiks einhergehenden Imageschaden für das Unternehmen, der kaum zu beziffern sein. Hinzu kommen die Kosten von zehn Millionen Euro pro Streiktag. Den Imageverlust bemerke man bei der Lufthansa an den mittelfristigen Buchungszahlen.

Die Gewerkschaft dagegen begründet die neuerliche Streikwelle damit, dass der Lufthansa-Vorstand kein verhandlungsfähiges Angebot vorlege. Die Piloten stehen auf Seiten der Gewerkschaft und lehnen die Schlichtung aufgrund der zu niedrigen Angebote weiterhin ab.

Quelle: dpa