Kommt die Zulassung für Malaria-Impfstoff?

Seit Jahren beschäftigt die Tropenkrankheit Malaria Forscher und Wissenschaftler. Jetzt scheint es einen ersten Durchbruch gegen die Krankheit zu geben. Forscher haben den Impfstoff RTS,S für Kinder erfolgreich an mehr als 17.000 Jungen und Mädchen getestet. Sie gaben jetzt bekannt, dass die Chancen gut stehen, dass eine Aufnahme des Impfstoffs noch dieses Jahr in die Impfprogramme in Afrika erfolgen könnte. Das geht aus einer Meldung des Uniklinikums Tübingen vom Freitag hervor.

Malaria-Impfstoff – ein Meilenstein im Kampf gegen die Tropenkrankheit

Peter Kremsner ist Direktor des Tropenmedizinischen Instituts an der Uni. Er betonte in der gestrigen Meldung, dass es trotz mehr als 100 Jahre andauernder Forschung bisher keinen Impfstoff gegen Malaria gäbe. Daher sei der jetzt entwickelte Impfstoff ein Meilenstein.

Kremsner hat die Koordination der wissenschaftlichen Studie in Gabun in Westafrika übernommen. Seit 2009 wurde der Impfstoff an mehr als 9.000 Kindern zwischen sechs Wochen und 17 Monaten getestet. Die Tests fanden in mehr als sieben Ländern gleichzeitig statt.

Wie wirkt der neue Malaria-Impfstoff für Kinder?

Bei dem neuen Malaria-Impfstoff handelt es sich um einen Proteinimpfstoff. Im Körper soll er eine Immunantwort hervorrufen, so dass er bei einer Infektion die Parasiten, die als Auslöser der Malaria gelten, bekämpfen kann. Die Forscher erklärten zudem, dass der Impfstoff RTS,S gut vertragen werde und nur wenige Nebenwirkungen mit sich bringe.

Der Impfschutz ist allerdings nicht 100-prozentig gegeben. Er hängt ab vom Alter, in dem die Kinder geimpft werden. Insgesamt erreiche man einen Impfschutz von 26 bis 36 Prozent. Daher sollten Eltern trotz Impfung nicht auf die üblichen Schutzmaßnahmen vor der Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, verzichten. Zu diesen zählen imprägnierte Moskitonetze. Außerdem kann bei einer Infektion auch von der Gabe von Medikamenten noch nicht abgesehen werden.

Wie die Forscher aus Tübingen weiter berichten, habe man bereits einen Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA gestellt. Zudem prüfe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) RTS,S ebenfalls.

Quelle: Abendblatt