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Johnny Depp vs. „The Sun“: Der Prozess in Großbritannien

The illuminated Tower Bridge at night

Seit Dienstag läuft vor einem britischen Gericht der Prozess, in dem sich Johnny Depp gegen Aussagen seiner Ex-Frau Amber Heard in der Zeitung „The Sun“ wehrt.

Obwohl noch nicht einmal die Hälfte der angesetzten Prozesstage absolviert wurde, zeichnet sich ab, dass das Ganze eine gigantische Schlammschlacht wird. Noch ist nicht absehbar, wer als Sieger aus dem Prozess Johnny Depp versus „The Sun“ hervorgehen wird. Richter Andrew Nicol muss noch eine Vielzahl von Zeugen befragen und Berge von vorgelegten Beweisen prüfen.

Amber Heard stellt Johnny Depp als notorischen Frauenschläger dar

In der Zeugenvernehmung verschärfte Amber Heard die Vorwürfe, die sie bereits in der Vergangenheit mehrfach gegen den Schauspieler vorgebracht hatte. Danach hätte er ihr nicht nur ein blaues Auge geschlagen, sondern ihr auch die Nase gebrochen und ihr „büschelweise Haare ausgerissen“. Als Beweis legte sie SMS vor, die sie angeblich mit der Bitte um Hilfe an einen Freund geschickt hatte. Am Tag seiner Handverletzung während der Dreharbeiten zu „Pirates oft he Caribbean: Salazars Rache“ hätte Johnny Depp nach ihren Darstellungen je eine Flasche Wein und Schnaps sowie zehn Extasy-Pillen konsumiert. Mit dieser Menge wäre (bei Standarddosierung der Pillen) die tödliche Dosis der Droge um ein Vielfaches überschritten gewesen, zumal Alkohol die Wirkung verstärkt. Da drängt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Zeugin auf.

Die dem britischen Graystone Victorian Royal Courts of Justice in London vorgelegten Beweise sind insgesamt widersprüchlich. Johnny Depp soll sich danach bereits im Jahr 2013 in Kurznachrichten negativ über Amber Head geäußert und ihr verbal den Tod gewünscht haben. Da drängt sich die Frage auf, warum er später mit ihr eine Beziehung eingegangen ist und sie sogar geheiratet hat. Dem Gericht liegen außerdem Tonaufzeichnungen vor. Nach der Auswertung der Anwälte von Johnny Depp belegen sie, dass er und nicht seine Ex-Frau das Opfer häuslicher Gewalt war. In einem der aufgezeichneten Gespräche soll Amber Heard gesagt haben, dass dem Schauspieler niemand glauben würde, wenn er sich selbst als Opfer häuslicher Gewalt offenbart.

Wie geht es im Prozess Johnny Depp versus „The Sun“ weiter?

Was ist wirklich die Wahrheit? Gelingt es dem britischen Gericht, sie herauszufinden? Das werden die nächsten Prozesstage zeigen. Ein Fakt ist dabei besonders interessant. Nach bisherigem Kenntnisstand soll die ehemalige Assistentin von Amber Heard (Kate James) zu Gunsten von Johnny Depp als Zeugin aussagen. Außerdem will Richter Andrew Nicol von Winona Ryder und Vanessa Paradis in Erfahrung bringen, wie sie den Schauspieler als Partner erlebt haben. Von beiden gab es bisher keinerlei Hinweise darauf, dass es in der Zeit der Partnerschaft Gewalt gegeben hätte. Interessant sind vor allem die Aussagen von Vanessa Paradis, denn mit ihr führte Johnny Depp die mit 14 Jahren bisher längste Beziehung seines Lebens.

Quelle: BBC, Hollywoodreporter, Variety