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Island: Steht nach Erdbebenserie ein Vulkanausbruch bevor?

Crack In The Earth

In Island kam es zuletzt zu mehreren Erdbeben im Südwesten des Landes. Jetzt mehren sich die Befürchtungen, dass dies der Vorbote für den Ausbruch eines eigentlich seit Jahrhunderten schlummernden Vulkans sein könnte.

Schon Ende Februar hatte ein heftiges Erdbeben die Region im Südwesten des Landes erschüttert. Am Mittwoch bebte die Erde erneut und es gibt bereits Anzeichen, die für einen möglichen bevorstehenden Vulkanausbruch stehen.

Beben mit Stärke 5,6 gemessen

Das erste Beben ereignete sich Ende Februar, dessen Epizentrum lag etwa 30 Kilometer südlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Die vulkanische Aktivität im Boden wurde dadurch bereits erhöht. Gut vier Kilometer östlich des Fischereihafens Grindavik hat die US-Erdbebenbehörde USGS ebenfalls ein Beben mit der Stärke 5,6 registriert. Bei den isländischen Behörden ging man sogar von der Stärke 5,7 aus, woraufhin mehrere Nachbeben folgten. Zwölf von ihnen wiesen eine Stärke von mehr als 4,0 auf der Skala auf.

Am Mittwochnachmittag folgten mehrere kleine Beben, die allerdings sehr schnell nacheinander und mit steigender Intensität aufgetreten sind, wie Kristín Jónsdóttir bestätigte. Sie ist die Koordinatorin für Naturgefahren der isländischen Wetterbehörde Vedurstofa und trat zusammen mit Vídir Reynisson, dem Leiter des Zivilschutzes, vor die Presse. Bisher habe zwar noch keine vulkanische Eruption begonnen, allerdings könne es zu dieser bereits in den nächsten Stunden oder Tagen kommen, hieß es weiter.

Bevölkerung schwebt nicht in Gefahr

Betroffen wäre im Fall des Falles die Reykjanes-Halbinsel. Sie wird bereits seit mehr als einem Jahr von etlichen Erdbeben erschüttert und liegt auf einer tektonischen Verwerfung. Ausbrechen könnte der Krysuvik-Vulkan auf der Halbinsel, der zuletzt im 12. Jahrhundert ausgebrochen ist. Allerdings hat sich laut Jónsdóttir zuletzt eine „erhöhte Unruhe über das gewöhnliche Maß hinaus“ gezeigt.

Trotzdem gehen die Experten von keinen allzu großen Gefahren für die Bevölkerung im Falle eines Ausbruchs aus. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass der Luftverkehr von einem Ausbruch betroffen wäre. Zwar rechnet man mit Lavaströmen, allerdings nicht mit so einer dramatischen Lage wie beim Ausbruch des Eyjafjallajökulls im Jahr 2010. Damals hatte der Ausbruch dafür gesorgt, dass der Luftverkehr über längere Zeit stillgelegt werden musste.

Aktuell finden die unterirdischen vulkanischen Aktivitäten vor allem südwestlich von Reykjavik zwischen den Bergen Litli Hrútur und Keilir statt. Experten haben bereits mit einem Hubschrauber die Gegend nach Anzeichen für eine Eruption gesucht, sind aber bisher noch nicht fündig geworden.

Am ehesten könnte von einem Ausbruch die Ortschaft Grindavík betroffen sein. Dort leben gut 3.300 Menschen. Dennoch geht man aktuell nicht davon aus, dass der Ort evakuiert werden muss.

Quelle: AFP