Alltagsmagazin.de

News und Tipps aus allen Lebensbereichen

Reiseideen für den Sommer 2021: Swinging Old Lady

Airplane landing at sunset

Wer sich nach dem eventuellen Ende der Corona-Lockdowns einen Karibikurlaub gönnen möchte, könnte der Swinging Old Lady in Curacao einen Besuch abstatten. Sie zählt sich zu den Weltrekordhaltern.

Den liebevollen Spitznamen Swinging Old Lady haben die Einheimischen der Queen-Emma-Bridge in Willemstad gegeben. Sie gilt als die älteste Holzpontonbrücke der Welt. Im Jahr 1888 wurde wurde die 168 Meter lange Pontonbrücke erstmals für den Verkehr geöffnet. Inzwischen hat sie eine Komplettrenovierung in den späten 1930er Jahren sowie eine vollständige Restaurierung von 2005 bis 2006 hinter sich. Die Komplettrestaurierung kostete rund 4,5 Millionen Euro, die von der Europäischen Union zur Verfügung gestellt wurden. Der Grund dafür ist, dass das historische Zentrum von Willemstad seit 1997 unter dem Schutz der UNESCO steht.

Zahlen und Daten rund um die Swinging Old Lady

Das Deck der Queen-Emma-Bridge ist 9,80 Meter breit und wird von 16 Pontons getragen. Bei der Restauration wurden die Pontons wiederverwendet. Zusätzlich kamen knapp 480 Kubikmeter Hartholz aus Afrika zum Einsatz. Auf der Seite von Punda ist die Pontonbrücke beweglich gelagert und mit einem Motor versehen. Ein ständig anwesender Brückenwärter kann den Pontonverband per Knopfdruck entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, um die Passage für Schiffe und Boote freizugeben. Seit 1974 ist die Queen-Emma-Bridge für den Autoverkehr gesperrt. Möglich wurde das durch die Fertigstellung der etwa 500 Meter entfernten Queen-Juliana-Bridge, auf der wiederum keine Fußgänger und Radfahrer erlaubt sind. Deshalb nutzen auch heute noch bis zu 15.000 Fußgänger die restaurierte Pontonbrücke.

Welche historische Besonderheit hat die Queen-Emma-Bridge?

Die Überquerung der Swinging Old Lady war früher mautpflichtig. Allerdings gab es dabei eine Besonderheit. Wer als Fußgänger die Schuhe auszog und sie in die Hand nahm oder in die Tasche steckte, musste keine Maut bezahlen. Diese Sonderregelung galt bis 1934 und trug der Tatsache Rechnung, dass sich viele der beruflichen Pendler (insbesondere Hafenarbeiter) nicht einmal die 2 Cent Maut für die Passage der Brücke zwischen den Stadtteilen Otrobanda und Punda leisten konnten.

Was macht die Altstadt von Willemstad für die UNESCO schützenswert?

Die Innenstadt von Willemstad vereint die on den Niederlanden, Spanien und Portugal üblichen Baustile des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die UNESCO bezeichnet sie in ihrer Beschreibung wörtlich als „Beispiel für eine koloniale Handels- und Verwaltungssiedlung“. Ausgangspunkt war das Fort Amsterdam, das auch heute noch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Die Farbenpracht der Gebäude resultiert aus einem Verbot weißer Fassaden im Jahr 1817. Mit der Einstufung als schützenswertes Stadtensemble will die UNESCO größere Veränderungen des Stadtbilds durch die Tourismusindustrie verhindern.

Welche weiteren Sehenswürdigkeiten hat Willemstad zu bieten?

Ein gutes Beispiel ist die Mikvé Israel-Emanuel Synagoge. Der Holzbau aus dem Jahr 1732 hält in Nord- und Südamerika den Rekord der ältesten Holzsynagoge mit bis heute erfolgender Nutzung. Sie weist mit dem Sandboden eine Besonderheit auf. Er soll den Sand der Wüste Sinai symbolisieren. Wer in Willemstad Urlaub macht, sollte auch der von Herman van Bergen geschaffenen Dornenkathedrale auf dem Gelände des Landhauses Bloemhof einen Besuch abstatten. Ihren Namen hat sie von den 30 Millionen Dornenbüschen, die auf einem Metallgerüst das Bauwerk formen. Sie ist im Jahr 2020 entstanden und gehört damit zu den neuesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Quelle: UNESCO, strucurae,