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100 Jahre Freie Stadt Danzig

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Am 15. November 2020 ist es genau ein Jahrhundert her, dass die Freie Stadt Danzig proklamiert wurde. Seit 1949 gehört sie zu den polnischen Metropolen, hat aber den Zusatz „Freie Stadt“ beibehalten.

Von 1920 bis 1939 agierte die Freie Stadt Danzig als Freistaat mit einer teilweisen Souveränität. Zeitweise hatte die Handelsmetropole an der Ostsee mit dem Gulden sogar eine eigene Währung. Ab 1939 gehörte das Terrain bis kurz vor Ende des II. Weltkriegs zum Deutschen Reich. Nach Kriegsende wurde es als Teil der sowjetischen Besatzungszone der Regierung von Polen unterstellt. Diese Zuordnung resultiert aus der Tatsache, dass die Stadt vor der Eroberung durch die deutschen und später die russischen Truppen durch Polen vergebene Hafenrechte besaß.

Zahlen und Fakten rund um die Freie Stadt Danzig

Heute besitzt Danzig ähnliche Rechte wie vergleichsweise die deutschen Hafenstädte Hamburg, Bremen und Lübeck, die ebenfalls den Namenszusatz „Freie“ Stadt tragen, der jedoch an die Zeit der Zugehörigkeit zum Handelsbündnis Hanse zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert erinnert. Danzig spielte in der Geschichte der Hanse ab dem 13. Jahrhundert insbesondere rund um das Hansekontor in Nowgorod eine wichtige Rolle. Zu Zeiten der Teilsouveränität hatte die Freie Stadt Danzig eine Fläche von rund 1.966 Quadratkilometern. Davon entfielen rund 73 Quadratkilometer auf die Wasserfläche des Hafens. Zum Zeitpunkt der Besetzung durch die Hitlertruppen brachte es die Hafenstadt bereits auf etwa 415.000 Einwohner mit einer Bevölkerungsdichte von 205 Menschen pro Quadratkilometer. Damals waren der Seehandel und der Schiffbau die wichtigsten wirtschaftlichen Bereiche der Stadt. Beim Seehandel hatten Lebensmittel, Rohstoffe sowie Holz die mit Abstand größte Bedeutung.

Welche Rolle spielt die Ostseemetropole Danzig heute?

Danzig gehört zur polnischen Verwaltungsregion Pommern und bildet eine der bedeutendsten Wirtschaftszentren des Landes. Der moderne Seehafen verfügt über einen knapp 24 Kilometer langen Pier und kann im äußeren Bereich Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 15 Metern abfertigen. Pro Jahr werden hier etwa 2 Millionen Container umgeschlagen. Im Jahr 2018 wurde mit rund 49 Millionen Tonnen umgeschlagenen Gütern ein Rekord erzielt. Holz spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle. Der größte Teil der ankommenden Güter wird per Eisenbahn und LKW (jeweils rund 30 Prozent) weitertransportiert. Auch der Flughafen Danzig ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Er verfügt über eine 2,8 Kilometer lange Langebahn und verzeichnet alljährlich mehr als 43.000 Flugbewegungen. Die Zahl der abgefertigten Passagiere steigt seit zwei Jahrzehnten stetig an.

Quelle: Lech Walesa Airport, Port of Gdansk, Stadtverwaltung Gdansk