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Gay-Themen aus Chinas größtem Social Network verbannt | Alltagsmagazin.de

Gay-Themen aus Chinas größtem Social Network verbannt

In Sachen Technik steht China inzwischen mit den meisten Staaten der westlichen Welt auf einer Stufe. Doch bei der Toleranz und Akzeptanz sieht es noch ganz anders aus. Das beweist eine größere Löschaktion beim Social Network Sina Weibo, die von den Medien in China wörtlich als „Entgiftungsprogramm“ bezeichnet wurde.

Die Betreiber der Plattform Sina Weibo begründeten die Aktion mit der Notwendigkeit, pornografische und gewalttätige Inhalte löschen zu müssen. Ein genauer Blick beweist allerdings, dass wesentlich mehr von dem Kurznachrichtendienst gelöscht wurden. Insgesamt verschwanden in der ersten Löschrunde rund 56.000 Posts sowie mehr als hundert Accounts. Inzwischen wurde von einer chinesischen Zeitung bestätigt, dass auch alle Inhalte von Schwulen entfernt wurden.

Schwule haben es in China schwer

Auf entsprechende Gesetze können sich die Betreiber des Kurznachrichtendienstes Sina Weibo nicht berufen. Allerdings wird in China schon seit einiger Zeit über solche Gesetze diskutiert, die homosexuelle Inhalte in den Social Networks als illegale Handlungen deklarieren sollen. Ein Verbot solcher Inhalte im Fernsehen gibt es bereits seit dem Sommer 2017 bei der China Netcasting Service Association. Außerdem haben sich gerade eben die Organisatoren des Internationalen Filmfestivals in Peking zu einer Änderung des Mottos entschlossen, weil der ursprünglich als Motto geplante Filmtitel „Call Me By Your Name“ auf einen Streifen verweist, in welchem es um eine schwule Beziehung geht.

Zahlen und Fakten zum Kurznachrichtendienst Sina Weibo

Das Social Network Sina Weibo wurde im Sommer 2009 gestartet. Nach eigenen Angaben hatte der Dienst im Jahr 2017 rund 340 Millionen aktive Nutzer. Diese Angaben wurden im Rahmen einer von der Universität Hongkong durchgeführten Studie bestritten, denn dabei wurde festgestellt, dass mehr als die Hälfte aller Accounts leer ist. Funktionell lässt sich der Dienst mit Twitter vergleichen, erlaubt jedoch mit bis zu 2.000 Zeichen wesentlich umfangreichere Posts. Der Dienst muss sich der staatlichen Überwachung und Zensur stellen. Das zeigt beispielsweise ein Blick auf das Jahr 2010. Damals entfernte Sina Weibo den Account von Ai Weiwei, einem chinesischen Künstler. Seither darf nicht einmal mehr sein Name in den Posts erwähnt werden.

Quelle: Weibo, The Global Times