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Folgen des Corona-Lockdowns: Menschen lesen und zocken mehr

Schriftzug Statistik

Inzwischen warnen zahlreiche Psychologen, dass die Folgen des Corona-Lockdowns nachhaltige Folgen für die Gewohnheiten der Menschen haben können. Erste Statistiken weisen darauf hin, dass diese Einschätzung stimmt.

Die Palette der Folgen des Corona-Lockdowns ist breit gefächert. Sie reicht von der Suche nach verlässlichen Informationen über Maßnahmen gegen die Langeweile bis hin zur Überforderung zahlreicher Eltern durch den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Home Office. Auch beim Nachwuchs deuten sich erste Anzeichen für nachhaltige Probleme an, die durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Krankheitsübertragung verursacht werden.

Spielsucht ist eine mögliche Folge des Corona-Lockdowns

Das zeigen Zahlen, die vom Portal AppAnnie veröffentlicht wurden. Allein im I. Quartal 2020 wurden weltweit mehr als 13 Milliarden Spiele-Apps heruntergeladen. Davon entfällt der Hauptanteil mit knapp 10 Milliarden Downloads auf das Portal Google Play. Die restlichen 3 Milliarden Downloads erfolgen auf Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem iOS. Die Zahl der Game-App-Downloads pro Woche lag im März 2020 um stolze 30 Prozent höher als der Durchschnitt der Downloads pro Woche im IV. Quartal 2019. Insgesamt investierten die Gamer 23,4 Milliarden Dollar in App-Käufe sowie In-Game-Käufe. Das beliebteste Game im Apple Store und bei Google Play war in Deutschland Slap Kings.

Das Risiko der Spielsucht als eine Folge des Corona-Lockdowns zeigt ein Blick auf die Entwicklung der beim Spielen verbrachten Zeit. Als die ersten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in China starteten, wuchs die Zeit des Zockens im Vergleich zum IV. Quartal 2019 um 30 Prozent und lag im März 2020 im Schnitt bei 5 Stunden pro Tag. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich inzwischen auch anderswo. Italien verzeichnete nach den ersten Ausgangsbeschränkungen ebenfalls einen Zuwachs von 30 Prozent bei der Spielzeit pro Tag. In Frankreich zocken die Gamer aktuell 15 Prozent länger als sonst. In Deutschland und den USA wurde im März ein Wachstum der Spielzeit um 10 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von Oktober bis Dezember 2019 registriert.

Interesse an Inhalten von Printmedien stark gestiegen

Das zeigen aktuelle Zahlen aus einer Studie der Ad Alliance. Dabei gaben 84 der Probanden an, dass für sie die Ablenkung von den Folgen des Corona-Lockdowns sehr wichtig ist. Sie möchten sich (soweit das unter den aktuellen Umständen möglich ist) ein Stück Normalität erhalten. Alltagsthemen wie Essen und Trinken (13 Prozent) sowie Einrichtungsmagazine (17 Prozent) tragen bei Frauen dazu bei. Sie kaufen aktuell auch häufiger Nachrichtenmagazine wie „Spiegel“ oder „Stern“. Bei den Herren haben zur Ablenkung vom Corona-Lockdown wissenschaftliche Magazine – wie zum Beispiel „GEO“ oder „Capital“ – Hochkonjunktur. Im Internet punkten vor allem bekannte Nachrichtenportale. Dazu gehören in erster Linie die Angebote von n-tv, „Spiegel“ und „Stern“. Der Grund dafür ist, dass derzeit für 87 Prozent der Menschen die Glaubwürdigkeit und für 80 Prozent die professionelle Aufbereitung der Nachrichten im Mittelpunkt stehen.

Menschen wollen auch beim Corona-Lockdown auf Sport nicht verzichten

Dieser Fakt gehört zu den positiven Nachrichten mitten in der Coronakrise. Das bekamen die Anbieter von Fitness-Apps zu spüren. Spitzenreiter in der letzten Märzwoche war Italien mit 105 Prozent mehr Downloads von Fitness-Apps im Vergleich zum Durchschnitt von Januar und Februar 2020. Auf dem zweiten Rang landet Frankreich mit einem Plus von 85 Prozent. Spanien und Brasilien teilen sich mit einem Plus von jeweils 80 Prozent den dritten Platz. In Deutschland wurden zeitgleich 50 Prozent mehr Downloads von Fitness-Apps verzeichnet. Deutschland liegt damit 5 Prozent über dem weltweiten Zuwachs der Downloads. Ähnlich veränderten sich auch die durchschnittlichen Zeiten der Nutzung der Fitness-Apps. Die Plätze 1 und 2 belegen Italien und Frankreich mit einem Plus von 85 und 70 Prozent. Auf dem dritten Rang landet Indien, wo die Nutzer in der letzten Märzwoche durchschnittlich 60 Prozent mehr Zeit als sonst für den durch eine App angeleiteten Sport verwendeten.

Quelle: AppAnnie, Ad Alliance (RTL Group)