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Fischsterben am Jasmunder Bodden: Untersuchungen laufen auf Hochtouren

Strand mit Warnflagge

Am Jasmunder Bodden verzeichnen Einheimische seit einigen Wochen ein massenhaftes Fischsterben. Bisher gibt es lediglich Erklärungsversuche.

Warum sind bisher rund 30 Tonnen tote Fische im Jasmunder Bodden an den Strand gespült worden. In den letzten Tagen haben sich die verzeichneten Mengen der Fischkadaver deutlich reduziert. Einheimische befürchten deshalb, dass einige der betroffenen Fischarten in dem Randgewässer der Ostsee nur noch in extrem geringen Mengen vorhanden sind. Zu den Gründen könne sie aktuell genau wie die zuständigen Behörden und Umweltschutzorganisationen nur Hypothesen aufstellen.

Welche Ursachen für das Fischsterben im Jasmunder Bodden wurden ausgeschlossen?

Eine konkrete Ursache konnte trotz intensiver Beprobung des Wassers und Untersuchung der Fischkadaver noch nicht ausgemacht werden. Stattdessen arbeiten sich die Umweltschützer von Greenpeace und der zuständigen Behörden mit Ausschlüssen der gängigen Ursachen voran. Am Eintrag von Pestiziden kann es nicht liegen, denn sie wurden bei Laboruntersuchungen in den toten Fischen nicht in relevanten Mengen nachgewiesen. Das gilt genauso für Dioxine, Furane, Biphenyle und Schwermetalle.
Erstaunlich ist das vor allem mit Blick auf die im Jasmunder Bodden schlechte Wasserqualität, die schon seit einiger Zeit für Aufmerksamkeit sorgt. Deshalb gab es bereits Überlegungen, durch die Schaffung einer künstlichen Öffnung den Wasseraustausch im Kleinen Bodden nachhaltig zu verbessern. Dort spielen hauptsächlich Stickstoff-Verbindungen eine große Rolle. Allerdings weisen die toten Hechte, Zander und Brassen nicht die dafür typische Verfärbung der Kiemen aus. Auch eine überschießende Algenblüte und der daraus resultierende Sauerstoffmangel im Wasser kommt nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen als Ursache für das aktuelle Fischsterben im Jasmunder Bodden nicht in Frage.

Zahlen und Fakten rund um den Jasmunder Bodden

Der aus zwei Teilen bestehende Jasmunder Bodden zählt sich zu den Nebengewässern der Ostsee. Der Große Jasmunder Bodden bringt es auf eine Wasserfläche von rund 58 Quadratkilometern. Die größte Wassertiefe beträgt sieben Meter. Gefüllt ist er mit einer Mischung aus dem leicht salzhaltigen Ostseewasser und Süßwasser von der Insel Rügen sowie den Halbinseln Jasmund und Wittow. Das Brackwasser bringt es dadurch auf einen Salzgehalt, der zwischen 0,7 und 0,8 Prozent schwankt. Der Kleine Jasmunder Bodden weist eine Wasserfläche von rund 28 Quadratkilometern auf. Bis zum Bau eines Damms im Jahr 1896 besaß er eine direkte Verbindung zum Großen Jasmunder Bodden. Sie besteht seither nur noch aus einem Kanal, der keinen ausreichenden Wasseraustausch zwischen beiden Gewässern gewährleisten kann. Deshalb wird das Wasser im Kleinen Jasmunder Bodden als eutroph eingestuft. Das bedeutet, dass sich sauerstoffarmes Wasser unten und überdurchschnittlich sauerstoffreiches Wasser oben schichtet. Letzteres sorgt vor allem im Frühjahr und zeitigen Sommer für eine überschießende Algenblüte.

Quelle: Greenpeace