Facebook und Twitter räumen ihre Inhalte auf

In jüngster Zeit werden vor allem die Social Networks immer öfter für die Verbreitung verbotener Inhalte sowie für betrügerische Aktivitäten genutzt. Twitter und Facebook haben darauf reagiert und unterziehen die Inhalte und Accounts nun einer verstärkten Kontrolle.

Die bei Facebook und Twitter eingesetzten Vorgehensweisen weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. Letztlich haben sie jedoch das gleiche Ziel. Kriminelle Aktivitäten in den Social Networks sollen konsequent unterbunden werden. Die Schwerpunktthemen sind dabei Missbrauch, Cybermobbing und Belästigung.

Welche Maßnahmen hat Twitter ergriffen?

Twitter nutzt offenbar das Wissen, welches die Alphabet Incorporated bei der Verbesserung der Suchmaschine Google erlangt hat. Um Manipulationen auf die Spur zu kommen, werden dort komplexe Algorithmen eingesetzt, mit welchen auch die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Accounts untersucht werden. Dabei geht es Twitter vor allem um das Zusammenspiel von Accounts, bei denen Verstöße gegen die im Netzwerk geltenden Richtlinien festgestellt wurden. Bezüglich der Richtlinien kritische Tweets werden nicht gelöscht, sondern von den Betreibern lediglich versteckt, sodass sie weder bei den Followern noch bei der gezielten Suche auftauchen. In den ersten Tests der Algorithmen zeigte sich eine positive Bilanz, denn bei Twitter wurde seit Jahresbeginn ein Rückgang der gemeldeten Tweets um acht Prozent verzeichnet.

Facebook hat bereits massenhaft Accounts und Posts gelöscht

Allein im I. Quartal 2018 haben die Betreiber von Facebook 837 Millionen Posts abgefangen, die als Spam eingestuft wurden. Außerdem wurden 1,8 Millionen Posts entfernt, welche als Terror-Propaganda erkannt wurden. Diese Posts bekamen andere Nutzer gar nicht erst zu sehen. Außerdem wurde das Social Network um rund 583 Millionen Accounts bereinigt, die bei den Prüfungen als Fake-Accounts auffielen. Ein Großteil der gelöschten Accounts wurde unmittelbar nach der Registrierung als Fake erkannt. Das macht vor allem den dort sehr aktiven Scammern das Leben schwer.

Ein großer Erfolg für Facebook ist die Tatsache, dass 96 Prozent aller Fälle von verbotenen pornografischen Inhalten erkannt und gelöscht werden konnten. Außerdem wurden 86 Prozent der ebenfalls illegalen Inhalte zur Gewaltverherrlichung von den Prüftools gefunden und entfernt, bevor sie von anderen Facebook-Nutzern gemeldet wurden. Bei Cybermobbing sind die Algorithmen von Facebook noch nicht so erfolgreich, aber immerhin wurden 38 Prozent dieser Art der verbotenen Inhalte entdeckt und gelöscht. Hier besteht das Problem aktuell noch darin, dass ein Großteil des dort auftauchenden Vokabulars im Kontext betrachtet werden muss. Das kann eine künstliche Intelligenz derzeit noch nicht leisten.

Allerdings ist Facebook auch wieder einmal negativ in den Schlagzeilen. Nach einem Bericht des Magazins „New Science“ waren die Daten von drei Millionen Nutzern des Social Networks über einen Hinweis auf GitHub zugänglich. Betroffen sind die Nutzer, welche der App „myPersonality“ den Zugriff auf ihre Facebook-Accounts erlaubt haben. Dieser Datenskandal ist nun Gegenstand einer Untersuchung durch die Datenschutzbehörde von Großbritannien. Die Cambridge University, von welcher die App entwickelt wurde, weist derzeit jede Schuld von sich.

Quelle: Facebook, Twitter, New Science