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Filmfestival Cannes: 50-50-Vertrag für 2020 unterzeichnet | Alltagsmagazin.de

Filmfestival Cannes: 50-50-Vertrag für 2020 unterzeichnet

Mehr als achtzig Künstlerinnen nutzen die Medienaufmerksamkeit beim Filmfestival Cannes, um für eine Gleichstellung von Männern und Frauen in der Film- und Fernsehbranche zu demonstrieren. Dieser Protestaufmarsch dürfte einen wichtigen Beitrag zur Unterzeichnung des 50-50-Vertrags für 2020 geleistet haben.

Unterzeichnet wurde der 50-50-Vertrag für 2020 beim Filmfestival Cannes am 14. Mai 2018 von Thierry Fremaux (Chef der Festivalorganisatoren) sowie von Paolo Moretti und Charles Tesson (Chef der „Critic’s Week“).

Wie kam es zu dem 50-50-Vertrag für 2020?

Das Versprechen einer Gleichstellung spätestens im Jahr 2020 kam im Rahmen einer internationalen Podiumsdiskussion zustande, die von der französischen Kultusministerin und Frédérique Bredin, dem Vorsitzenden des nationalen Filmausschusses von Frankreich, initiiert worden war. Beteiligte dieser Diskussion waren unter anderem die führenden Köpfe der „Time’s Up“-Bewegung in Großbritannien und den USA. Zu den weiteren Sprechern gehörten beispielsweise die italienische Produzentin Ginevra Elkann und Sarah Calderón. Ein Bestandteil der „Charte 5050×2020“ ist die Verpflichtung zur Offenlegung statistischer Daten zur Verteilung der Aufgaben und Rollen zwischen den beiden Geschlechtern. Diese ist derzeit längst nicht paritätisch, wie Ginevra Elkann betonte. Sie verwies auf Zahlen aus dem Jahr 2017, nach denen mehr als 90 Prozent aller an italienischen Filmen Beteiligten Männer waren. Außerdem kritisierte die Filmemacherin bei der Podiumsdiskussion beim Filmfestival Cannes, dass in Italien Schauspieler doppelt so viel verdienen wie Schauspielerinnen. Auch dieser Praxis soll mit dem 50-50-Vertrag für 2020 ein Ende bereitet werden.

Das Filmfestival Cannes erlebt derzeit einen erheblichen Wandel

In der Vergangenheit war das Filmfestival Cannes vor allem ein Treffpunkt der etablierten Filmemacher. Im Jahr 2018 wurde das Event jedoch hauptsächlich von Neulingen aus aller Welt genutzt. Vor allem viele Hollywood-Studios waren in diesem Jahr in Cannes nicht vertreten. Eine der wichtigsten Ausnahmen waren die Macher von „Solo: A Star Wars Story“. Insider sind der Überzeugung, dass sich die Festival-Organisatoren in Cannes zu wenig um die US-Filmindustrie bemühen. Sie gehen davon aus, dass zahlreiche amerikanische Studios zum Filmfestival Venedig abwandern werden. Das bewies bereits die dortige Teilnehmerentwicklung im Jahr 2017. Womöglich wird der 50-50-Vertrag das auschlaggebende Kriterium für die Lukrativität des Filmfestivals in Cannes, denn davon werden vor allem weibliche Filmemacher entscheidend profitieren.

Quelle: Variety