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Erneuerbare Energien: Wie sieht die Auslastung der Systeme aus?

Windräder & Solaranlage

Mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz sind erneuerbare Energien unverzichtbar. Doch die Auslastung der Systeme sieht in Deutschland eher schlecht aus.

Deutschland möchte auf die Nutzung konventioneller Energieträger mit Ausnahme von Erdgas bei der Stromerzeugung weitgehend verzichten. Doch dafür fehlen aktuell noch immense Kapazitäten bei den verfügbaren Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Hinzu kommt, dass die Auslastung von Photovoltaiksystemen und Windkraftanlagen einerseits stark schwankt und andererseits allgemein recht niedrig ist. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Wie werden die Potenziale der erneuerbaren Energien genutzt?

Die gute Nachricht besteht in der Tatsache, dass in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 bereits rund 44 Prozent des insgesamt erzeugten Stroms aus erneuerbaren und umweltfreundlichen Energiequellen stammten. 22,1 Prozent der gesamten Stromleistung trugen Windkraftanlagen bei. 9,4 Prozent des erzeugten Stroms lieferten Photovoltaiksysteme und 5,9 Prozent Biogaskraftwerke. Die technisch verfügbaren Kapazitäten liegen jedoch deutlich höher. Bei der Auslastung erreichten Biogaskraftwerke in der ersten Jahreshälfte mit einem Durchschnitt von 56,7 Prozent den besten Wert. Der Spitzenwert der letzten Jahre wurde im Februar 2019 mit 64, 3 Prozent erzielt. Das Fazit daraus ist, dass Deutschland beispielsweise noch nicht auf Kohlekraftwerke verzichten kann. Die als Grundlastkraftwerke betriebenen Braunkohlekraftwerke in der Bundesrepublik waren im ersten Halbjahr 2021 durchschnittlich mit 46,7 Prozent ihrer maximal möglichen Kapazitäten ausgelastet.

Bei Solaranlagen und Windkraftanlagen sieht die Bilanz schlechter aus

Die mit Abstand niedrigste Auslastung der vorhandenen Kapazitäten wurde von Januar bis Juni 2021 mit einem Durchschnitt von gerade einmal 10,5 Prozent bei der Stromerzeugung in Solaranlagen verzeichnet. Hier stammt der Spitzenwert der letzten Jahre vom Juni 2019. Damals wurde eine durchschnittliche Auslastung der Photovoltaiksysteme von 19,5 Prozent erzielt. Bei den Windkraftanlagen lag im ersten Halbjahr der Schnitt der Auslastung bei 20,9 Prozent. Damit konnten die Quoten der Jahre 2019 und 2020 nicht erreicht werden. Während bei den Biomassekraftwerken nur geringe Schwankungen auftreten, fallen die übers Jahr gemessenen Unterschiede bei Windkraftanlagen und Photovoltaiksystemen sehr deutlich aus. Die gute Nachricht dabei ist, dass die Kurven der Auslastungsquoten komplett gegensätzlich verlaufen. Das heißt, bei einer hälftigen Verteilung der insgesamt in beiden Bereichen verfügbaren Kapazitäten wäre eine gleichbleibende Strommenge von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen theoretisch erzielbar.

Entwicklungen beim weiteren Ausbau der Windkraft- und Solaranlagen

In jüngster Zeit gingen die aus dem Bau neuer Windkraftanlagen erzielten Umsätze in Deutschland drastisch zurück. Allein von 2018 auf 2019 schlug ein Minus von 24,4 Prozent zu Buche. Dafür sind jedoch nicht nur die niedrigen Auslastungsquoten verantwortlich. Neue Abstandsregeln, umständliche Genehmigungsverfahren und die allgemeinen Probleme bei der Akzeptanz von Windrädern in der Umgebung trugen ebenfalls dazu bei. Auf der anderen Seite stieg das Interesse an Photovoltaikanlagen. Das 2019 im Vergleich zum Vorjahr erzielte Umsatzplus belief sich auf 10,3 Prozent. Steigende Umsätze wurden außerdem beim auf die Nutzung erneuerbarer Energien ausgerichteten Netzausbau verzeichnet, während parallel das Interesse am Kauf und der Installation moderner Speichertechnologien deutlich nachließ.

Quelle: Statistisches Bundesamt