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Ergonomie im Büro ist eine gute Prävention gegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gelten inzwischen als ein sogenanntes Volksleiden, vom dem eine erhebliche Anzahl von Krankheitstagen und in der Folge hohe volkswirtschaftliche Schäden verursacht werden. Einer aktuellen Umfrage zufolge gaben 27 Prozent der 2016 befragten Männer an, gelegentlich oder ständig unter Rückenschmerzen zu leiden. Bei den Frauen lag der Anteil der Betroffenen mit 35 Prozent der Probanden sogar noch deutlich höher. Die Ursachen für Rückenschmerzen sind sehr vielseitig. Ein erheblicher Teil der Probleme wird jedoch durch eine nicht angemessene Gestaltung der Büroarbeitsplätze verursacht.

Hinweise der Berufsgenossenschaften sind eine hilfreiche Sache

Da inzwischen auch die Anzahl der durch fehlerhaft eingerichtete Büroarbeitsplätze verursachten Fälle von Berufskrankheiten steigt, haben die deutschen Berufsgenossenschaft ein umfangreiches Paket an Empfehlungen erarbeitet. Ein gutes Beispiel dafür sind die Empfehlungen zur Einrichtung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen der Berufsgenossenschaft Holz und Metall. Deren wichtigster Tipp ist die konsequente Vermeidung von Zwangshaltungen. Außerdem geben sie den Hinweis, dass rund um die Telearbeitsplätze ausreichend Platz geschaffen werden muss. Das stellt die Möglichkeit unterschiedlicher Sitzhaltungen durch das Vor- und Zurückrollen der Arbeitsstühle sicher. Außerdem fordern die Arbeits- und Gesundheitsschutzhinweise der BGHM eine optimale Einstellung von Stuhl und Bildschirmen sowie die ausschließliche Verwendung „gesunder Stühle“.

Wie können diese Empfehlungen umgesetzt werden?

Ein sehr nützliches Hilfsmittel sind höhenverstellbare Schreibtische. Sie sind im Fachhandel mittlerweile auch mit einer elektrischen Hubeinrichtung erhältlich. Diese sogenannten Upliner haben den entscheidenden Vorteil, dass der Nutzer jederzeit frei entscheiden kann, ob er im Sitzen oder im Stehen arbeiten möchte. Auch der Wechsel vom klassischen Bürostuhl zum Gymnastikball oder zu stützenden Stehhockern kann damit sehr einfach in den Alltag integriert werden.

Aufmerksamkeit ist außerdem bei der Auswahl der Bürostühle gefragt. Sie besitzen im optimalen Fall eine höhenverstellbare und neigbare Sitzfläche sowie Armlehnen. Die Lehne sollte eine an die natürliche Linienführung des Rückens angepasste Form haben und ebenfalls sowohl von der Höhe, der Neigung sowie dem Abstand von der Sitzfläche her anpassbar sein. Besonders wichtig ist die optimale Stützung des Bereichs der Lendenwirbelsäule. Tritt dort eine vorzeitige Abnutzung auf, wird der Ischiasnerv in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge sind heftige Schmerzen, die bis ins Bein hinein ausstrahlen können.

Worauf kommt es im gesundheitsfreundlichen Büro noch an?

Künstliche Beleuchtungen sollten die Wellenlängen des natürlichen Lichts möglichst perfekt nachbilden. Wer Rückenschmerzen im Nackenbereich und die Gefahr eines Tennisarms (neuerdings auch Sekretärinnenarm und Mousearm genannt) vermeiden will, verwendet ergonomisch geformte Tastaturen mit kurzem Tastenhub und ergänzt diese mit Gelauflagen für den Handballen. Sie beugen durch die Entlastung der Unterarmmuskulatur gleichzeitig auch Sehnenscheidenentzündungen sowie dem Karpaltunnelsyndrom vor. Bei Schreibtischen mit schmalen Tischplatten sollte auf Rückwände verzichtet werden, um dem Nutzer das Ausstrecken der Beine zu ermöglichen. Die Veränderung der Beinhaltung bewirkt Veränderungen der Neigung der Lendenwirbelsäule und beugt einer vorzeitigen Abnutzung der Bandscheiben und Wirbelgelenke vor.

Quelle: statista, BGHM