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Energiesparende Neubauten: Förderungen gehen zur Neige

Crane and building construction site on background of sky

Zuletzt waren bereits mehrere Fördertöpfe der KfW sehr schnell aufgebraucht, nun droht ein ähnliches Problem bei den Förderungen für energiesparende Neubauten. Die Union prangert das an.

Schon in wenigen Wochen könnten die Fördertöpfe bereits leer sein. Dabei sind die Programme erst seit 40 Tagen auf dem Markt und schon zur Hälfte ausgeschöpft, so Ulrich Lange, Fraktionsvizechef der Union. Er stellt die Problematik mit folgendem Satz überspitzt dar: „Ein Pfund Butter hat damit eine längere Haltbarkeit als die Wohnungsbau-Programme der Ampel“.

Ab 2023 neues Förderprogramm geplant

Erst ab dem kommenden Jahr ist ein neues Förderprogramm – dann allerdings mit veränderten Kriterien – geplant. Von Mitte April bis Ende Mai haben 366 private und gewerbliche Bauherren Anträge auf Förderungen aus dem KfW-Programm „EH40-Nachhaltigkeit“ gestellt. Mit diesem Programm unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Neubauten, die lediglich 40 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen. Zudem müssen sie die Voraussetzungen für ein Qualitätssiegel erfüllen.

Laut Staatssekretär Patrick Graichen haben die Anträge ein Volumen von 165 Millionen Euro. Das Programm sollte eigentlich bis Jahresende laufen, umfasst aber lediglich ein Volumen von 300 Millionen Euro. Das Ministerium betonte jedoch, dass sich nicht vorhersagen lasse, wann die Summe wirklich ausgeschöpft sei. Ab der zweiten Maihälfte gingen nur noch Anträge mit einem Volumen von 2,5 Millionen Euro wöchentlich ein, zuvor waren es pro Woche Anträge mit einem Volumen von 20 Millionen Euro.

Steigende Bauzinsen lassen Bauherren vorsichtig werden

Hinzu kommt, dass die Bauzinsen in den letzten Wochen extrem angestiegen sind. Neubauten zu finanzieren, wird somit deutlich teurer. Der CSU-Politiker Lange forderte vor diesem Hintergrund langfristige Planungssicherheit für Bürger und Unternehmen, die bauen wollen. Vorangegangen waren der Kritik mehrere Förderprogramme der staatlichen Förderbank KfW, die in diesem Jahr sehr schnell leer gelaufen waren.

Zuletzt wurde sogar schon nach wenigen Stunden ein Antragsstopp eingelegt. Der auf eine Milliarde Euro gedeckelte Topf war innerhalb dieser kurzen Zeit bereits ausgeschöpft. Dabei ging es noch um Neubauten mit weniger strengen Kriterien.

Wenn das aktuelle Programm beendet ist, soll es auf ein neues umgestellt werden, das auf den Namen „Klimafreundliches Bauen“ hört. Allerdings liegen bis dato noch keine genauen Pläne für dieses Programm vor.

Insgesamt soll aber der Fokus stärker auf Sanierungen, statt auf Neubauten liegen. Laut Wirtschaftsministerium will man zudem die Treibhausgasemissionen der Gebäude verstärkt in den Mittelpunkt stellen.

Quelle: dpa