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Düngevorschriften werden verschärft | Alltagsmagazin.de

Düngevorschriften werden verschärft

Die Düngevorschriften in Deutschland werden verschärft. Das entsprechende Düngegesetz mit seinen Änderungen wurde vom Bundestag bereits verabschiedet und muss jetzt nur noch den Bundesrat passieren. Mit dem Gesetz soll die Grundlage für eine neue Düngeverordnung geschaffen werden.

Wieso braucht es neue Düngevorschriften?

Schon seit vielen Jahren werden die Grenzwerte für Nitrat im Grundwasser überschritten. Im letzten Jahr hat die EU Deutschland deshalb sogar vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Mit der neuen Düngeverordnung sollen Obergrenzen für die Stickstoffdüngung eingeführt werden. Insbesondere in bereits stark belasteten Regionen, die besonders kritische Werte aufweisen, sollen entsprechende Begrenzungen erfolgen. Auch sollen die vorgeschriebenen Abstände zu Gewässern für das Düngen mit Stickstoff ausgeweitet werden.

Darüber hinaus will man den übermäßigen Einsatz von Gülle und generell stickstoffhaltigem Dünger begrenzen. Diese Düngevarianten sorgen nämlich für die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser. Die Länder sollen die Einhaltung der neuen Regelungen überwachen. Generell wird es auch regionale Unterschiede geben. In Gebieten mit stärkerer Nitratbelastung etwa sollen strengere Düngeregeln gelten.

Wie wichtig ist nitratfreies/nitratarmes Grundwasser?

Durch den bewussten Verzicht bzw. die Einschränkung von Nitraten beim Düngen erhofft man sich, eine höhere biologische Vielfalt zu erreichen. Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbands, kritisierte die Neuerungen zwar aufgrund der damit einhergehenden zusätzlichen Bürokratie und drastischen Beschränkungen. Dennoch begrüßt er die Planungssicherheit für die Agrarbranche, die mit den Neuerungen einhergeht.

Generell hilft das Nitrat den Pflanzen beim Wachsen, weshalb es häufig als Dünger eingesetzt wird. Allerdings kommt es bei überhöhtem Einsatz zu massiven Wasserverunreinigungen. Insbesondere in den Gewässern kann dadurch die biologische Vielfalt deutlich reduziert werden.

Die EU-Kommission spricht sogar von gesundheitlichen Auswirkungen. Wer Wasser mit einem Nitratgehalt von 50 Milligramm pro Liter oder mehr aufnimmt, muss demnach mit gesundheitlichen Einschränkungen rechnen. Nitrat wird nämlich im menschlichen Körper in Nitrit umgewandelt. Besonders hoch sind die entsprechenden Gefahren für Schwangere und Kleinkinder. Zwar sind die Wasserversorger in Deutschland verpflichtet, Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, welches die Grenzwerte nicht überschreitet, dafür muss das Wasser jedoch aufbereitet werden. Um den dafür erforderlichen Aufwand zu verringern, ist wiederum nitratarmes oder –freies Grundwasser nötig.

Quelle: dpa