Dieselskandal: VW stoppt Teile der Produktion und der Auslieferung

Nach dem Bekanntwerden eines erneuten Software-Fehlers bei Dieselfahrzeugen musste der deutsche Autobauer Volkswagen zu einer drastischen Maßnahme greifen. Die Produktion für drei VW-Dieselmodelle wurde vorrübergehend eingestellt. Sie soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn ein Update für den Software-Fehler zur Verfügung steht.

Betroffen von dem Produktionsstopp bei VW sind die Modelle, bei denen ein Dieselmotor der Baureihe TDI 2.0 verwendet wird. Dabei handelt es sind um die Dieselmodelle VW Arteon, VW Passat und VW Passat Variant. Dafür wurde auch die Auslieferung fertiggestellter Fahrzeuge gestoppt.

Wie ernst ist das Software-Problem bei Volkswagen?

Gegenüber der Redaktion der „Automobilwoche“ teilte VW mit, dass es voraussichtlich bis zum Herbst dauern wird, bevor ein Software-Update zur Verfügung steht. Den Hinweisen zufolge signalisiert bei den betroffenen Fahrzeugen die Motorkontrollleuchte ein Problem, obwohl es keinen Anlass für einen solchen Hinweis gibt. Wer ein VW-Dieselfahrzeug mit einem TDI 2.0-Motor fährt, soll trotzdem sein Auto in einer Werkstatt vorführen, wenn die Motokontrollleuchte aktiviert wird. Nicht jede Aktivierung ist auf den Software-Fehler bei der Überwachung der Nachbehandlung der Abgase zurückzuführen.

Wie will VW den Produktions- und Verkaufsausfall begrenzen?

Natürlich kann sich Volkswagen keinen Produktions- und Verkaufsstopp von mehreren Monaten leisten. Deshalb bekommen Kunden, die bereits ein Fahrzeug bestellt haben, derzeit ein ganz besonderes Angebot. Statt mit dem betroffenen TDI 2.0-Motor können sie ihr Fahrzeug zeitnah mit dem 4Motion Allradantrieb erhalten. Mehrkosten entstehen den Kunden dadurch nicht, denn der dafür üblicherweise erhobene Aufschlag von rund 2.000 Euro fällt nicht an, sondern wird von Volkswagen übernommen. Dadurch fallen die von Volkswagen zu tragenden Verluste deutlich geringer aus, als wenn bis zur Verfügbarkeit eines Updates gar keine Dieselfahrzeuge der genannten Modellreihen mehr verkauft werden können. Gerade jetzt sind solche Ausfälle besonders kritisch, weil auch durch die von Donald Trump angekündigten Importzölle für Fahrzeuge zusätzliche Schwierigkeiten auf die deutschen Autobauer zukommen.

Quelle: Automobilwoche