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Coronavirus: Ist die befürchtete 2. Welle schon angerollt?

Ampullen mit Blutproben

Die vom RKI zum Coronavirus gemeldeten Zahlen sind aktuell zumindest ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit. Nach dem RKI liegt die Zahl der Neuinfektionen pro Tag deutlich über dem Durchschnitt der letzten beiden Wochen.

Nach den Daten des RKI wurden am Donnerstag (23. Juli 2020) bundesweit 805 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am 24. Juli 2020 belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 781. Auch auf internationaler Ebene werden ähnliche Entwicklungen beobachtet. Vielerorts wurden die Lockdown-Maßnahmen deshalb verlängert oder bereits erfolgte und geplante Lockerungen zurückgenommen.

Wo sehen Experten die Ursachen für die hohen Zahlen beim Coronavirus?

An der aktuellen Entwicklung sind mehrere Faktoren beteiligt. Einerseits spielen lokale Geschehen eine wichtige Rolle. Das RKI benennt vor allem Ansteckungen bei Familienfeiern und Freizeitaktivitäten. Hinzu kommen die Hotspots in Gütersloh, Göttingen und dem Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg. Aber auch die Erleichterungen bei der Reisefreiheit machen sich bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bemerkbar. Deshalb werden immer wieder Forderungen laut, dass sich alle Menschen testen lassen sollen, die aus dem Ausland nach Deutschland einreisen oder von einem Auslandsurlaub zurückkehren. Ein erster Schritt in diese Richtung erfolgte bereits. Die Konferenz der Gesundheitsminister aller deutschen Bundesländer hat zum Ende der Kalenderwoche 30/2020 beschlossen, dass alle Flughäfen mit Teststationen ausgestattet werden sollen. Allerdings ist die Teilnahme an den dortigen Tests nur Reisendem möglich, die aus Risikogebieten kommen. Außerdem erfolgen die Tests auf freiwilliger Basis. Einen Vorteil für die Teilnehmer haben sie allemal. Ist der Test negativ, entfällt die ansonsten verpflichtende 2-Wochen-Quarantäne.

Kinderärzte gehen von massiver Überlastung ab Herbst aus

Der in vielen Regionen Deutschlands ohnehin grassierende Fachärztemangel wurde durch das Coronavirus zusätzlich verschärft. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Der zuständige Berufsverband befürchtet für den Herbst eine massive Überlastung der Kinderärzte und Jugendmediziner. Als Ursache gab der Verbandspräsident (Thomas Fischbacher) gegenüber dpa die Angst vor dem Coronavirus an. Er geht davon aus, dass viele Kitas und Schulen „bei jeder Schnupfnase“ die Vorlage eines negativen Coronatests verlangen. Fischbacher warnte bei seinem Statement jetzt schon nachdrücklich davor, dass das durch die verfügbaren Kinderärzte nicht zu schaffen ist. Sie stehen vor ähnlichen Problemen wie die Schuldirektoren, die nach den Sommerferien einen Regelunterricht bei gleichzeitiger Einhaltung der Abstandsregeln garantieren sollen. Dabei stoßen sie vielerorts allein durch die räumlichen Verhältnisse in den Klassenzimmern an Grenzen. Bei der zusätzlichen Berücksichtigung des Lehrermangels stehen die Direktoren vor einer unlösbaren Herausforderung.

Quelle: RKI, dpa