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Coronavirus in China: Immer mehr Patienten gemeldet

Die rätselhafte Lungenkrankheit, die in den letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt hat, breitet sich in China immer weiter aus. Offiziellen Angaben zufolge hat sich die Zahl der bestätigten Fälle mittlerweile mehr als verdreifacht. Drei Todesopfer forderte die Erkrankung zwischenzeitlich ebenfalls.

Insgesamt 201 bestätigte Fälle sind bisher gemeldet. Bis Sonntag waren es erst 62 Fälle. Wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Stadt Wuhan am Montagmorgen berichtete, sei zudem ein weiteres Todesopfer zu vermelden. Insgesamt sind damit drei Personen der neuartigen Lungenkrankheit erlegen.

Weitere Orte in China von Lungenkrankheit betroffen

Zudem wurden erstmals auch Fälle in anderen Regionen Chinas vermeldet. So wurden zwei Patienten im Bezirk Daxing in Peking positiv auf das neue Coronavirus getestet. Ein weiterer Fall wurde in Shenzhen in Südchina bestätigt. Allerdings waren alle drei Patienten zuvor in Wuhan gewesen.

Mit 198 Fällen konzentriert sich der Großteil der bestätigten Fälle auf die elf Millionen Einwohner fassende Metropole Wuhan. 35 der dort behandelten Patienten sind schwer erkrankt, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, weitere neun in einem kritischen Zustand.

Bis zu 1.700 Infizierte?

Ein noch schwärzeres Bild malen Forscher am britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College London. Sie gehen von mehr als 1.700 Infizierten aus. Gleichzeitig warnen Experten vor einer Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. In Peking hat die Gesundheitskommission Chinas zur Vorsicht gemahnt. Bisher sei der Ursprung des neuen Typs des Coronavirus noch nicht gefunden. Ebenso wenig sei klar, wie die Ansteckung erfolge bzw. das Virus übertragen wird. Trotzdem geht man davon aus, dass der Ausbruch „kontrollierbar“ sei.

Aktuell vermutet man, dass das neuartige Virus aus der Tierwelt kommt. Die ersten Infektionen brachte man mit dem Besuch eines Fischmarktes in Wuhan in Verbindung. Auf diesem wurden auch wilde Tiere verkauft. In der Regel verursachen Coronaviren eher harmlose Erkrankungen, wie Erkältungen. Trotzdem können auch Erreger von gefährlichen Atemwegserkrankungen, wie Sars und Mers, in die Gruppe der Coronaviren gezählt werden.

Das Sars-Virus, dem der neue Erreger ähnelt, soll ebenfalls aus der Tierwelt gekommen sein. Das Kürzel steht für „Severe Acute Respiratory Syndrome“, zu Deutsch: Schweres Akutes Atemwegssyndrom. 2002/2003 kam es zu einer Pandemie, die ebenfalls von China ausging und an der 8.000 Menschen weltweit erkrankten und 800 Personen starben.

Gensequenz des neuen Virus entschlüsselt

Mittlerweile haben die Forscher die Gensequenz des neuen Virus entschlüsselt. Dadurch sind die Tests bei Patienten mit Lungenentzündungen, deren Ursache unbekannt ist, deutlich vereinfacht worden. So konnte man auch schon Fälle im Ausland, wie etwa zwei Infektionen in Thailand und eine in Japan, bestätigen. In allen Fällen waren Reisende aus Wuhan erkrankt. Allerdings hatten die drei Patienten nicht den Tiermarkt besucht, bei dem der Ausbruch vermutet wird.

Daher gehen die Experten mittlerweile davon aus, dass auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch denkbar ist. In Südkorea wurde am Montagmorgen ebenfalls ein erster Fall gemeldet. Eine 35-jährige Frau aus China, die am Sonntag von Wuhan nach Südkorea geflogen sei, sei betroffen. Sie litt den Angaben zufolge unter Fieber, Atemproblemen und anderen Krankheitssymptomen. Wie die Koreanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention mitteilten, sei bei der Frau das Coronavirus nachgewiesen worden.

Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Reisewarnung ausgesprochen. Allerdings riet die US-Gesundheitsbehörde (CDC) Reisenden, die Wuhan besuchen, den Kontakt mit Tieren, kranken Personen oder den Besuch von Tiermärkten zu vermeiden.

Quelle: AFP