Bestimmen künftig grüne Fassaden das Bild? – „Algenhaus“ Hamburg

strong>Inzwischen hat das Projekt „Algenhaus“ bewiesen, dass es funktioniert. Es steht im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg und beherbergt nunmehr seit fünf Jahren auch Bewohner. Es ist das erste Wohngebäude der Welt, das auch einen Bioreaktor besitzt. Er wurde in die Fassade des Hauses integriert.

Das „Algenhaus“ in Hamburg ist eine von vielen Ideen, die dafür sorgen sollen, dass der Mensch mit seinem Tun der Erde und dem Klima nicht mehr schadet, als unvermeidbar ist. Es wurde im Jahr 2013 fertiggestellt und verfügt über vier Wohngeschossen, auf denen sich 15 Wohnungen mit Größen zwischen 50 und 120 Quadratmetern verteilen. Besitzer und Verwalter ist die KOS Wulff Immobilien GmbH.

Welche Besonderheiten weist das „Algenhaus“ Hamburg auf?

Das Gebäude zählt sich zur Kategorie Bio-Passivhaus und setzt neue Maßstäbe bei der umweltfreundlichen Eigenversorgung. Möglich ist das, indem verschiedene Technologien miteinander kombiniert werden. Das Herzstück steckt in der Fassade an zwei Seiten des Hauses. Dort wurden gläserne Hohlpaneele mit einer Fläche von mehr als 200 Quadratmetern installiert. In diesen Paneelen zirkuliert eine Nährlösung, die auch Nährstoffe aus dem Abwasser der Bewohner verwertet. In dieser Nährlösung wachsen Mikroalgen. Pro Tag und Quadratmeter Kollektorfläche können bis zu 15 Gramm Algen (getrocknete Masse) gewonnen werden. Sie sind sehr energiereich und werden in einem hauseigenen System in Biogas umgewandelt. Die durchschnittliche Energieausbeute liegt bei rund 4.500 Kilowattstunden pro Jahr.

Das „Algenhaus“ könnte den Wohnungsbau revolutionieren

Die mit Algen angereicherte Glaspaneele wirken gleichzeitig als Vorhangfassade und sorgen für eine Beschattung und thermische Isolierung der beiden Außenwände. Außerdem bringen die Algenwände einen verbesserten Schallschutz. Umweltfreundlich wird das „Algenhaus“ in Hamburg-Wilhelmsburg auch deshalb, weil die Algen der Luft Kohlendioxid entziehen, denn das benötigen sie für die Photosynthese und das Wachstum. Dadurch gibt das Gebäude selbst beim Betrieb der hauseigenen Brennstoffzelle kein Kohlendioxid aus der Beheizung an die Umwelt ab. An dem leichten Blubbern in den Paneelen stören sich die bisherigen Bewohner nicht, sondern freuen sich über die niedrigen Betriebskosten, die sie in diesem außergewöhnlichen Wohnhaus bezahlen müssen. Sie werden auch dadurch bewirkt, dass die Algen die Wärme der Sonnenstrahlung absorbieren und an die Nährlösung abgeben. Im Keller des Hauses stehen Wärmepumpen, welche diese Wärmeenergie an die Heizung und das Warmwassersystem im „Algenhaus“ übertragen. Das Haus besitzt zusätzlich Erdwärmepumpen und eine Solaranlage. Fazit: Hier wurden mit Ausnahme der Windkraft und der Wasserkraft erfolgreich alle umweltfreundlichen Technologien miteinander gekoppelt, die derzeit zur Verfügung stehen.

Quelle: BIQ Wilhelmsburg