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Benzinpreise: Wie schätzen Experten die nächsten Wochen ein?

Auch wenn am Freitag vor Pfingsten die Handelspreise für Erdöl leicht nachgegeben haben, ist eine Trendwende nicht in Sicht. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die Benzinpreis und Heizölpreise in nächster Zeit weiter deutlich steigen könnten.

Mit seiner Iranpolitik tut Donald Trump der Weltwirtschaft keinen Gefallen. Allein in den letzten drei Monaten stiegen die Erdölpreise und in der Folge auch die Benzinpreise um mehr als 15 Prozent. Aber er ist nicht allein schuld, denn der Blick auf die letzten 12 Monate zeigt einen Preisanstieg von rund 40 Prozent.

Insider sprechen bereits von einem Ölpreisschock

Im Juni 2017 erreichte ein Barrel der Sorte WTI einen Tiefstpreis von 42,53 Dollar. Der aktuelle Höchstpreis wurde am 17. Mai 2018 mit 71,49 Dollar verzeichnet. Bei der Sorte Brent zeigt sich die gleiche Entwicklung. Hier kostete ein Barrel zeitgleich 79,30 Dollar. Der tiefste Preis der letzten 52 Wochen stammt vom 21. Juni 2017 und lag bei 44,82 Dollar pro Barrel. Einige Experten gehen davon aus, dass der Ölpreis in den nächsten Monaten 100 Dollar pro Barrel überschreiten könnte. Diese Befürchtung äußerte der Chef der Tankstellenkette Total. Die Branchenanalysten einiger Banken schließen sich dieser Meinung an. Der aktuelle Trend an den Börsen scheint sie zu bestätigen, denn allein in der Woche vor Pfingsten wurde ein Preisanstieg von drei Prozent beobachtet.

Die OPEC peilt einen nicht ganz so hohen Ölpreis an

Die OPEC profitiert momentan von den Folgen der Politik von Donald Trump. Dort laufen schon einige Zeit Bemühungen, den Erdölpreis bei 80 Dollar pro Barrel zu stabilisieren. Fällt der Iran als einer der wichtigsten Öllieferanten weg, müsste die OPEC zum Erreichen ihres Preisziels keine neuen Beschränkungen der Fördermengen beschließen. Die 80-Dollar-Schwelle halten die meisten Analysten derzeit für sehr wahrscheinlich. So ganz wegfallen wird der Iran als Lieferant auch bei strengen Sanktionen durch die USA nicht. Die größten Mengen des dort geförderten Erdöls gehen in die Türkei sowie nach Indien und China. Sie haben im Umgang mit den Sanktionen einen größeren Spielraum als vergleichsweise die Europäische Union. Die EU-Länder beziehen derzeit rund eine halbe Million Barrel Erdöl pro Tag aus dem Iran. Ignorieren sie die möglichen Sanktionen von Donald Trump komplett, dürfte das die ohnehin derzeit angespannten Beziehungen zwischen den USA und der EU erheblich belasten. Andererseits ist Saudi-Arabien jederzeit in der Lage, die vom Iran derzeit gelieferten Ölmengen auszugleichen. Davon dürfte vor allem China profitieren. Das Land ist derzeit der Hauptabnehmer vom Erdöl aus dem Iran.

Quelle: Börse Frankfurt, n-tv