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Tanken könnte schon bald deutlich teurer werden

In den letzten fünf Jahren durften sich Autofahrer zuerst über fallende und dann über recht stabile Kraftstoffpreise freuen. Doch das wird sich bald ändern. Es mehren sich die Anzeichen, dass Benzin und Diesel schon zu Beginn der Hauptreisezeit in den Sommerferien spürbar teurer werden.

Branchenanalysten gehen derzeit davon aus, dass sich der Erdölpreis schon bald wieder auf hundert Dollar und mehr pro Barrel erhöhen wird. Derartige Preiserhöhungen schlagen in der Regel nur mit einer kurzen Verzögerung auf die Kraftstoffpreise und die Preise für Heizöl durch. Werden die in der Vergangenheit üblichen Verzögerungen von sechs bis acht Wochen zugrundegelegt, könnten die höheren Kraftstoffpreise 2018 mit dem Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern zusammentreffen.

Erdöl ist binnen Jahresfrist um 50 Prozent teurer geworden

Der tiefste Preis der letzten 12 Monate wurde bei der Ölsorte Brent am 21. Juni 2017 verzeichnet. Damals wurden gerade einmal 44,82 Dollar pro Barrel fällig. Am 20. April 2018 erreichte der Handelspreis für Brent-Öl einen vorläufigen Spitzenwert von 74,06 Dollar pro Barrel. Bei der amerikanischen Ölsorte WTI sieht der Trend nicht anders aus. Der Tiefstpreis der letzten 12 Monate wurde hier ebenfalls am 21. Juni 2017 registriert und lag bei 42,53 Dollar pro Barrel. Ein Spitzenpreis wurde zum Ende der dritten Aprilwoche 2018 mit 68,47 Dollar pro Barrel erreicht. Das heißt, allein aus der technischen Chartanalyse lässt sich derzeit ein Trend zu einer weiteren Steigerung der Ölpreise und in den Folge der Kraftstoffpreise ableiten.

Welche Faktoren heizen die Ölpreise derzeit an?

Einen wichtigen Beitrag leistet die allgemein gute Entwicklung der Konjunktur. Dadurch stieg der Bedarf in den letzten Jahren an. Eine Konsequenz dessen ist, dass die während der Billigpreisphase eingelagerten Überschüsse bei den Ölreserven inzwischen fast aufgebraucht sind. Die OPEC hatte mehrfach an der Schraube der Fördermengenbegrenzungen gedreht, um den Ölpreis zu stabilisieren. Derzeit trägt auch der geplante Börsengang von Saudi Aramco zur Steigerung der Rohölpreise bei. Sie gaben in einem Statement an, vorher einen Preis von mindestens 80 Dollar pro Barrel erreichen zu wollen. Auch politische Unsicherheiten forcieren derzeit die Ölpreise. Dabei stehen vor allem Donald Trump, der Atom-Vertrag der USA mit dem Iran und mögliche US-Sanktionen der USA gegen den Iran im Vordergrund. Der Iran bekam von der OPEC im Jahr 2016 eine Ausnahmeregelung und durfte trotz allgemeiner Fördermengenbegrenzungen seine Ölförderung steigern.

Quelle: Börse Frankfurt