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Ausgestorbene Tiere: Warum gibt es den Karolinasittich nicht mehr?

Am 21. Februar 2018 ist es genau hundert Jahre her, dass der letzte Karolinasittich starb, der in einem Zoo gehalten wurde. Er trug den Namen Incas und lebte bis zu seinem Tod im Zoo in Cincinnati. In freier Natur gab es ihn noch etwas länger. Die letzten Exemplare wurden gezielt getötet.

Das Tun des Menschen ist leider dafür verantwortlich, dass viele Tierarten von der Erde verschwinden. Dazu gehört auch der Karolinasittich. Er war in großen Teilen der USA und auch in Europa verbreitet. In Nordamerika verschwand sein Lebensraum und er wurde sogar als Schädling eingestuft. In Europa wurden die Vögel durch Hans Freiherr von Berlepesch angesiedelt. Seinen Forschungen zufolge hat ein Schankwirt die letzten freilebenden Exemplare abgeschossen.

Wissenswerte Fakten zum Karolinasittich

Das Hauptverbreitungsgebiet der Karolinasittiche waren die amerikanischen Bundesstaaten von Michigan bis Florida. Dort siedelte sich die zu den Papageien gehörende Vogelart vor allem in alten Wäldern an. Als im Zusammenhang mit der fortschreitenden Industrialisierung der Landwirtschaft immer mehr Waldgebiete gerodet wurden, suchten sich die Karolinasittiche neue Nahrungsquellen und fanden sie in den Obstplantagen und auf den Kornfeldern. Da sie teilweise die Ernten erheblich beeinträchtigten, wurden sie kurzerhand zu Schädlingen erklärt und gezielt gejagt. Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde eine drastische Reduzierung der vorhandenen Bestände festgestellt. In Europa waren ohnehin nur kleine Populationen ansässig. Sie stammen aus den erfolgreichen Versuchen der Auswilderung, welche Hans Freiherr von Berlepesch gestartet hatte.

Wie sahen die Karolinasittiche aus?

Die Vögel wurden bis zu 32 Zentimeter groß. Allein rund 14 Zentimeter der Gesamtlänge machten die grün-schwarzen Schwanzfedern aus. Der Körper der Papageien war mit sattgrünen Federn belegt. Der Hinterkopf das Genick präsentierten sich in einem kräftigen Gelb. Die Gesichtspartie tendierte zu Orange. Jungtiere besaßen zu Beginn ein komplett grünes Federkleid, bei dem sich lediglich über den Augen ein paar orangefarbene Federn fanden. Vom Geschlecht abhängige Unterschiede bei der Färbung gab es bei den Karolinasittichen nicht. Neben der Fressfreude auf Kornfeldern und in Obstplantagen wurde ihre sehr schrille Stimme als störend empfunden. Sie scheint Berlepeschs Nachforschungen zufolge auch der Grund gewesen zu sein, dass die letzten in Europa frei lebenden Exemplare von dem Gastwirt abgeschossen wurden.

Quelle: National Geographic