Amazon eröffnet Supermarkt ohne Kassen

In Seattle will Amazon jetzt das erste Lebensmittelgeschäft zum Erfolg führen, das komplett ohne klassische Kassen auskommt. Stattdessen soll eine Sensorentechnologie aufzeichnen, welche Waren der Kunde mitnimmt und dann automatisch abrechnen. Bereits am Montag fiel der Startschuss für den Supermarkt ohne Kassen. In den USA hat der Internetriese damit einen neuen Wettbewerb für klassische Supermarktketten ins Leben gerufen.

Automatische Abbuchung über Amazon-Konto

Im Supermarkt selbst können die Kunden sich ganz normal bedienen. Spezielle Sensoren sollen dabei ermitteln, welche Produkte der Kunde aus dem Regal nimmt und welcher Preis dafür gilt. Die Summe aller Preise soll dann über das vorhandene Amazon-Konto abgebucht werden. Gänzlich neu ist das Lebensmittelgeschäft für Amazon allerdings nicht, da man mit dem Dienst AmazonFresh bereits Lebensmittel nach Hause lieferte.

Jetzt jedoch sollen Kunden auch direkt vor Ort einkaufen können. Branchenanalyst Jan Dawson von Jackdaw Research sieht in dem neuen Amazon-Supermarkt das Ergebnis der Erkenntnis, dass sich eben nicht alle Lebensmittel für den klassischen Versand eignen. Er sieht in den Geschäften vor Ort daher eine optimale Ergänzung zum Dienst AmazonFresh. Gleichzeitig sieht er in den Amazon-Supermärkten auch eine Gefahr für klassische Supermarktketten. Baut der Onlineriese ein Netz aus Hunderten solcher Läden in den USA auf, so würde dies eine sehr starke Konkurrenz für die Supermarktketten bedeuten.

Mehr als 2.000 Supermärkte von Amazon?

Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, könnte Amazon bis zu 2.000 Läden dieser Art eröffnen, wenn das Geschäftsmodell sich als erfolgreich entpuppt. Diese könnten dann sogar noch größer ausfallen als der Supermarkt Amazon Go in Seattle. Möglich sei auch ein weiterer Service, bei dem die Kunden zum Laden fahren und sich die Produkte direkt an den Wagen bringen lassen.

Bisher wollte sich Amazon selbst zu diesen Überlegungen nicht äußern. Allerdings ist auch die Idee, klassische Kassen abzuschaffen, in der Branche nicht neu. Kassen zu besetzen, ist für Händler immer ein kostenintensives Projekt. Zudem werden Kunden durch das Schlangestehen nicht selten zu langen Wartezeiten gezwungen. Die automatisierten Kassensysteme kamen jedoch bisher über das Versuchsstadium noch nicht hinaus, so dass Amazon hier ein Vorreiter sein könnte.

Quelle: rts