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20. Dezember 2021: Ein halbes Jahrhundert Ärzte ohne Grenzen

Nurse giving an injection

Wir stellen Ihnen die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen alias Médicins Sans Frontiéres vor. Anlass dafür ist das 50-jährige Jubiläum der Gründung.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurde am 21. Dezember 1971 von einem Dutzend Ärzten und Journalisten gegründet. Die Gründung erfolgte durch einen Zusammenschluss von zwei bereits ein Jahr zuvor ins Leben gerufenen Organisationen. Dabei handelte es sich um die „Secours Médical Francais“ (Initiator Raymond Borel, Zeitungsverleger) und die „Groupe d’Intervention Médicale et Chirugicale en Urgence“ (Initiator Bernard Kouchner, Arzt und Politiker).

Was waren die ersten großen Aktionen der Ärzte ohne Grenzen?

Den ersten Großeinsatz ihrer Geschichte hatten die Médicins Sans Frontiéres in Nicaragua. Dort halfen sie bei der Versorgung der Menschen, die Verletzungen bei dem Erdbeben vom 23. Dezember 1972 davongetragen hatten. Im Jahr 1974 folgte ein Großeinsatz in Honduras. Er wurde notwendig, nachdem der Karibikstaat vom Hurrikan“Fifi“ verwüstet wurde. Ein Jahr später engagierten sich die Ärzte ohne Grenzen erstmals im Bereich der Flüchtlingshilfe. Sie betreuten aus Kambodscha nach Thailand gelangte Flüchtlinge. Ab 1976 kamen Mediziner/-innen der Organisation Ärzte ohne Grenzen als medizinische Helfer im Bürgerkrieg in Libanon in zivilen Krankenhäusern zum Einsatz. Die von Vietnam ausgehende Flüchtlingswelle im Jahr 1979 führte zu Zerwürfnissen zwischen Raymond Borel und Bernard Kouchner. Eine Konsequenz war die Abspaltung Kouchners und die von ihm initiierte Gründung der Organisation Médicins du Monde, während Ärzte ohne Grenzen ab dem Jahr 1980 Niederlassungen in zahlreichen Ländern etablierte. Die in Deutschland beheimatete Sektion entstand im Jahr 1993.

In welchen Regionen der Welt sind die Ärzte ohne Grenzen aktiv?

Mittlerweile hat die private und über Spenden finanzierte Hilfsorganisation Einsätze in knapp 80 Ländern der Welt absolviert. Viele Engagements sind auf Dauer angelegt. Beispiele dafür finden sich in mehreren afrikanischen Ländern. Dort sorgen die Mitstreiter von Médicins Sans Frontiéres dafür, dass Lücken in den regionalen Versorgungssystemen insbesondere bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit HIV geschlossen werden. Außerdem tragen sie zur Prävention gegen Krankheiten mit Pandemiepotential bei und waren beispielsweise bei der Bekämpfung von Ebola aktiv. Die Mitglieder/-innen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind seit 2015 wichtige Helfer bei der Betreuung von Flüchtlingen im Mittelmeerraum. Sie beteiligten sich am Betrieb mehrerer Rettungsschiffe (zum Beispiel die „Ocean Viking“) und betreiben seit diesem Jahr ein eigenes Seenotrettungsschiff mit dem Namen „Geo Barents“, das ständig auf dem Mittelmeer unterwegs ist.

Einsätze der Médicins Sans Frontiéres sind oft gefährlich

Die Mitglieder/-innen der Ärzte ohne Grenzen setzen oftmals ihr eigenes Leben aufs Spiel, um Menschen in Katastrophengebieten helfen zu können. So wurde beispielsweise ein Einsatz in Afghanistan im Jahr 2004 abgebrochen, nachdem fünf Mitarbeiter/-innen getötet wurden. In Syrien gab es Todesopfer bei Luftangriffen auf insgesamt neun Krankenhäuser, in denen die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen tätig war. Allein in Aleppo verloren im April 2016 mindestens elf Mediziner/-innen ihr Leben. Ähnliche Berichte gab es auch aus dem Jemen.

Quelle: Médicins Sans Frontiéres