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130 Jahre Patentierung der Drehtür

Am 7. August 2018 ist es 130 Jahre her, dass Theophilus Van Kannel in den USA das Patent für eine Konstruktion erhielt, die heute Drehtür genannt wird. Die Idee dazu ist allerdings schon ein paar Jahre älter.

Das erste Patent zur Drehtür wurde bereits im Jahr 1881 angemeldet. Erfinder war ein Deutscher namens Bockhacker. Er nannte seine Konstruktion „Thür ohne Luftzug“. Allerdings war es ihm nicht möglich, seine Erfindung erfolgreich zu vermarkten.

Wie ging es nach der Patentierung der Drehtür weiter

Theophilus Van Kannel brauchte nach der Patentierung nur ein Jahr, bis seine „Sturmtür“ erstmals verwendet wurde. Sie zierte den Eingang des Restaurants „Rector“ in Manhattan. Die Betreiber des Restaurants machten sich die Vorteile der alternativ „Karusselltür“ genannten Konstruktion sogar in der Werbung zunutze. Sie liegen in der Tatsache, dass es auch beim Durchschreiten nicht zu einem Luftzug im Inneren der Räume kommen kann. Das gilt für die dreiflügeligen Modelle genauso wie für die vierflügeligen Varianten. Im Jahr 1889 durfte sich Theophilus Van Kannel über die vom Franklin Institute in Philadelphia vergebenen John Scott Legacy Award freuen.

In Deutschland gelten für Drehtüren strenge Vorschriften

Wer in der Bundesrepublik Deutschland die Vorteile der Drehtüren nutzen möchte, muss die Vorgaben der DIN 18650 beachten, die sich mit allen Arten von automatischen Türsystemen beschäftigt. Dass solche Standards notwendig sind, wurde bereits im Jahr 1942 deutlich. Damals zeigte die hohe Opferzahl bei einem Feuer in einem Nachtclub in Boston, dass Drehtüren als Fluchttüren völlig ungeeignet sind, sofern sie nicht über technische Zusatzausstattungen verfügen. Deshalb gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Jahr 2005 Standards für Gastronomiebetriebe heraus, von denen die Anforderungen der DIN 18650 ergänzt werden. Dort heißt es wörtlich: „Als einziger Zugang zum Beherbergungsbetrieb ist eine Karussell- bzw. Rotationstür unzulässig.“

In Deutschland müssen Drehtüren außerdem eine Notfallöffnung ermöglichen. Das heißt, die Türblätter müssen sich manuell bei einem Stromausfall oder einer gezielten Stromabschaltung zur Seite klappen lassen, sodass zwei Durchgänge freigegeben werden. So kann auch verhindert werden, dass Personen bei einer ungünstigen Stellung der Türflügel bei einem Stromausfall eingeschlossen bleiben. Außerdem regelt die DIN 18650 die maximalen Drehgeschwindigkeiten und fordert die Ausstattung mit einer Sicherheitsbremse und Sensoren, die verhindern, dass Personen zwischen den Bestandteilen von Drehtüren eingeklemmt werden.

Quelle: patents.google.com, BMAS, The Franklin Institute