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Zwei Standorte in Deutschland für Einstein-Teleskop noch im Rennen

beautiful-earth-from-space-above-the-clouds-2026-03-15-23-23-08-utc, Erde von Weltraum

Wo soll das international geplante Einstein-Teleskop entstehen? Der Entscheidungsprozess läuft noch und Deutschland hat dabei gute Karten.

Im Jahr 2027 soll die Entscheidung fallen, welchen Standort das Einstein-Teleskop haben soll. Die vorbereitenden Studien laufen bereits seit dem Jahr 2021. Inzwischen wurden die in die engere Auswahl kommenden Aufstellungsbereiche bis auf drei Standort eingegrenzt. Deutschland hat dabei gute Chancen, denn es wäre an zwei Standorten unmittelbar beteiligt. Einerseits steht die Lausitz zur Auswahl. Anderseits findet sich auch die Maas-Rhein-Region (Drei-Länder-Eck aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden) noch in der letzten Auswahlrunde. Als dritter Bewerber kommt noch eine Region in Italien, genauer gesagt Sardinien, in Frage.

Warum ist die Lausitz interessant für das Einstein Teleskop?

Eine schlüssige Begründung für eine Entscheidung für die Lausitz lieferte die TU Dresden. Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass die unterirdische Anlage des Einstein-Teleskops in einem Bereich installiert werden würde, in dem es kaum tektonische Störungen gibt. Der dort vorhandene Granodiorit bildet einen weitgehend homogenen Boden. Auch Einflüsse auf Messwerte durch Grundwasser sind nicht zu befürchten, da sich dieses wegen der vorhandenen Deckschichten aus Ton nicht ungehindert ausbreiten kann. Hinzu kommt, dass die Lausitz nur sehr dünn besiedelt ist. Deshalb fanden und finden dort bereits Probebohrungen als weitere Entscheidungshilfen statt. Außerdem gehört die Lausitz zu den Bereichen, in denen die Bodenbeschaffenheit bereits besonders gut dokumentiert ist. Dort gibt es beispielsweise Messwerte von rund 34.000 Bohrungen aus der Vergangenheit, die als Folge der intensiven Suche nach Rohstoffen entstanden sind.

Welche Forschungsziele werden mit dem geplanten Einstein-Teleskop verfolgt?

Rund um die Gravitationswellen gibt es noch viele offene Fragen. Der Begriff Gravitationswelle stammt von Henri Poincaré, der ihn im Jahr 1905 erstmals benutzte. Das Auftreten solcher Wellen wurde von Albert Einstein bereits im Zusammenhang mit seiner Relativitätstheorie behauptet. Ein erster wissenschaftlicher Nachweis gelang im Jahr 2015 durch das amerikanische Laser Interferometer Graviational-Wave Observatory (kurz LIGO). Das geplante Einstein-Teleskop soll die dort verwendete Technik auf ein neues Level heben. Verschiedene Störfaktoren sollen dabei durch die Installation zwischen 200 und 300 Metern Tiefe ausgeschaltet oder zumindest deutlich verringert werden. Das System bekommt eine dreieckige Form mit jeweils 10 Kilometer langen „Armen“. Störeinflüsse durch Temperaturschwankungen reduziert das System durch eine Kühlung der Messinstrumente auf 10 Grad Kelvin. Das sind umgerechnet etwa minus 263 Grad Celsius.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, TU Dresden, Einstein Telescope

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