Die Bezeichnung
Ursache für starken El Niño 2026: Pazifik hat sich überdurchschnittlich erwärmt
Inzwischen haben die Meteorologen und Klimaforscher Indizes entwickelt, mit denen sich die Intensität des meteorologischen Phänomens abschätzen lässt. Dabei handelt es sich um Messungen der Oberflächentemperaturen des Pazifiks. Von Mai bis Mitte Juli 2026 lagen die Wassertemperaturen bereits um 2 Grad Celsius über den normalen Werten in einem Jahr ohne El Niño. Bis Mitte August stiegen die Oberflächentemperaturen im östlichen Pazifik bis auf rund 2,6 Grad Celsius über den Normalwerten. Stellenweise werden aktuell großflächig sogar bis zu 8 Grad Celsius über den normalen Werten gemessen. Je größer die Abweichung der Messwerte von den Durchschnittswerten ist, desto intensiver fällt das Wetterphänomen El Niño aus. Das heißt, 2026 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rekordjahr bei der Beeinflussung des normalen Wetters durch die warme Meeresströmung, die vom Zentralpazifik in Richtung der mittel- und südamerikanischen Westküste unterwegs ist. Bei einer intensiven Ausprägung bleiben auch die westlichen Bereiche von Mexiko und der USA von den Folgen nicht verschont. Sie sind unter anderem einem erhöhten Risiko des Auftreffens von heftigen Wirbelstürmen ausgesetzt, die sich im östlichen Pazifik bilden.
Beeinflusst ein kräftiger El Niño auch das Wetter in Europa?
Fakt ist, dass auch der El Niño 2026 aufgrund der Intensität einige Fernwirkungen haben wird. Er verändert beispielsweise die Regenmengen an der amerikanischen Westküste und in Asien sowie in Australien und in einigen Bereichen des afrikanischen Kontinents. In der Vergangenheit wurden bereits Auswirkungen bis nach Europa festgestellt. Beispiele dafür sind die europäischen Winter in den Jahren 1941/1942 sowie 2009/2010. Dabei kommt es zu einem warmen Spätherbst und nach dem Jahreswechsel zu großer Kälte verbunden mit überdurchschnittlich intensiven Schneefällen. Das EFFIS-Modell des europäischen Copernicus-Programms prognostiziert allerdings derzeit (Stand 4. September 2026) noch bis in den Februar 2027 hinein Temperaturüberschüsse. Gleichzeitig berechnet das EFFIS-Modell von November bis Januar flächendeckend überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmengen. Das würde sich zumindest in großen Teilen mit den bisher beobachteten Fernwirkungen eines starken El Niño in Europa decken. Allerdings sind solche Langzeitprognosen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Einer der Gründe ist, dass sich eine ganze Reihe weiterer Faktoren auswirken. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung des Polarwirbels und die Frage, ob es zu einem Polarwirbelsplit kommt oder nicht.
Quelle: NOAA, WMO, EFFIS-Modell

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