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Großhandelspreise: Schlechte Aussichten für die Inflationsrate

Tablet with business statistic chart

Anhand verschiedener Kriterien lässt sich der Trend bei der Inflationsrate einschätzen. Danach sieht es für die nahe Zukunft nach einer Steigerung aus.

Im August 2026 hatte die Inflationsrate in Deutschland bei 2,9 Prozent im Jahresvergleich gelegen. Damit setzte sich ein Aufwärtstrend fort, der vor allem von den Kraftstoffpreisen angetrieben wurde. Sie befinden sich immer noch auf rekordverdächtigen Höhen und eine Entspannung ist so schnell nicht in Sicht. Nun deutet zusätzlich die Entwicklung der Großhandelspreise auf eine weitere Erhöhung der Inflationsrate hin. Das belegen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts.

Wie sehen die Zahlen bei den Großhandelspreisen genau aus?

Für den August 2026 gibt das Statistische Bundesamt eine Erhöhung der Großhandelspreise quer durch alle Warengruppen außer den Mineralölerzeugnissen von 6,8 Prozent im Vergleich zum August 2025 an. Das ist die höchste Steigerung seit Jahresbeginn 2023. Seither wurden bis Februar 2026 entweder Stagnationen oder nur sehr leichte Erhöhungen festgestellt. Bei einer Einbeziehung der Preise für Mineralölerzeugnisse beträgt das Plus der Großhandelspreise binnen Jahresfrist sogar 36,1 Prozent. Wundern muss das nicht, denn aktuell legen die Diesel- und Benzinpreise fast täglich neue Höhenflüge hin. Der Liter Benzin Super E10 kostete beispielsweise an den Tankstellen in Dresden nach den mittäglichen Preisänderungen am 16. September 2026 im günstigsten Fall rund 2,41 Euro. Benzin der Sorte Super E5 brachte es zeitgleich sogar auf rund 2,47 Euro und Diesel auf rund 2,26 Euro pro Liter. Preistreiber sind jedoch nicht allein die Rohölpreise, obwohl sie binnen eines Monats an der Börse Frankfurt um rund 20 Prozent (Sorte Brent) und rund 25 Prozent (Sorte WTI) stiegen. Sie liegen höher als Ende März und Anfang April 2026, obwohl die Rohölpreise die damaligen Spitzenwerte (noch) nicht erreicht haben. Das macht die immer lauter werdenden Forderungen nach der Einführung einer Übergewinnsteuer nachvollziehbar.

Wie haben sich andere Großhandelspreise entwickelt?

Chemische Erzeugnisse waren im August 2026 um durchschnittlich 13,6 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Die Großhandelspreise für Computertechnik stiegen zeitgleich um 11,1 Prozent. Deutlich teurer wurden mit einem Plus von 27,4 Prozent binnen Jahresfrist auch Metalle, Metallhalbzeuge sowie Erze von Nicht-Eisen-Metallen. Doch bezüglich der Großhandelspreise gibt es auch gute Nachrichten. Die Großhandelspreise für lebende Tiere lagen im August 2026 im Schnitt um 18,3 Prozent unter den Kosten vor einem Jahr. Infolgedessen sanken auch die Preise für Fleisch und Fleischwaren um 6,7 Prozent. Diese Nachricht ist allerdings differenziert zu betrachten, denn hier spielen die dürrebedingten Probleme bei der Futterbeschaffung eine erhebliche Rolle. Milch, Eier und Speiseöle wurden ebenfalls um 10,3 Prozent günstiger. Die derzeitigen Notschlachtungen dürften jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitnah zu einer Erhöhung der Großhandelspreise in diesem Marktsegment führen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Börse Frankfurt, ADAC

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