Für die einige Parteien, die bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt antreten, steht das Thema
Ohne Migration wäre die medizinische Versorgung in Gefahr
Gerade in Sachsen-Anhalt wäre die Lage ohne ausländische Ärztinnen und Ärzte sehr prekär, wie ein Blick auf die offiziellen Zahlen der dortigen Landesärztekammer belegt, die vom Mediendienst Integration abgefragt und veröffentlicht wurden. Betroffen sind hauptsächlich die Krankenhäuser des Bundeslands. Dort waren zum Jahresende 2025 insgesamt 4.342 Medizinerinnen und Mediziner mit deutscher Herkunft tätig. Ihnen standen 1.617 Ärztinnen und Ärzte mit Migrationshintergrund zur Seite. Das heißt ausländische Medizinfachkräfte machten einen Anteil von rund 27 Prozent aus. In den ländlichen Regionen lag der Anteil nach der gleichen Quelle stellenweise sogar bei 29 Prozent. Am häufigsten sind in Sachsen-Anhalt Ärztinnen und Ärzte aus dem Aserbaidschan, der Ukraine, aus Syrien sowie aus Russland und Rumänien tätig. Auch ein Blick auf die Altersstrukturen ist interessant. In Sachsen-Anhalt tätige Mediziner mit deutscher Herkunft sind im Durchschnitt 49 Jahre alt, während Mediziner mit ausländischer Herkunft ein Durchschnittsalter von 39 Jahren aufweisen.
Pflegeheime und Pflegedienste sind auf ausländische Fachkräfte angewiesen
Bei den Überlegungen zum Thema Migration bei der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt darf auch ein Blick auf die Situation in den Pflegeheimen sowie bei den mobilen Pflegediensten nicht außen vor bleiben. Der Anteil der Pflegekräfte mit Migrationshintergrund liegt deutschlandweit bei rund 20 Prozent. Das entspricht rund 350.000 Personen. Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer in Pflegeberufen ist im letzten Jahrzehnt signifikant gestiegen. Rund 33.300 ausländische Pflegefachkräfte stammen aktuell aus den typischen Asylbewerberländern. Hinzu kommen rund 54.7000 Pflegekräfte aus den Westbalkanländern sowie 165.500 aus Ländern außerhalb der Europäischen Union, die weder zu den Asylbewerberländern noch den Westbalkanländern gehören.
Die Schwerpunkte der Einsatzorte sind die Großräume München, Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg. Bei den Flächenländern rangieren Baden-Württemberg, Bayern und Hessen weit vorn, während die östlichen Bundesländer die Schlusslichter bilden. Dabei sind ergänzend demografische Faktoren zu beachten. Selbst in der günstigsten Variante der Vorausberechnungen wird die Lücke bei den Pflegekräften aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung auf mindestens 280.000 Personen kalkuliert.
Das Fazit kann also nur lauten, dass ein Komplettstopp der Migration Deutschland schaden würde. Stattdessen sollte die illegale Migration konsequenter bekämpft und ansonsten eine Politik der selektiven Einwanderungsmöglichkeiten etabliert werden.
Quelle: Mikrozensus, Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Universität Nürnberg, Rat für Migration

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