Die
Probleme im Bildungssystem zeigen sich in der PISA-Studie deutlich
Innerhalb der letzten zehn Jahre ist in Deutschland beispielsweise der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die Probleme mit dem Erfassen, Bearbeiten und Lösen mathematischer Aufgaben haben, von 17,2 Prozent (PISA-Studie 2015) auf 34,4 Prozent in der PISA-Studie 2025 gestiegen. Bei den wissenschaftlichen Fähigkeiten sieht es ähnlich aus. Waren es 2015 noch rund 17 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die keine angemessene Lösung wissenschaftlicher Aufgaben fanden, lag ihr Anteil bei der PISA-Studie 2025 nach den Angaben der OECD bereits bei 26,8 Prozent.
Allerdings hat nicht nur Deutschland Probleme im Bildungssystem. Das beweist ein Blick auf die Durchschnittswerte aller OECD-Länder. Dort wird ein Punktesystem für die Bewertung angewendet. Im Jahr 2006 lag der Durchschnitt bei den mathematischen Fähigkeiten bei 496 Punkten. Bis zum Jahr 2018 (495 Punkte) konnte er annähernd gehalten werden. Danach stürzte er kontinuierlich ab und lag zuletzt bei 469 Punkten. Ähnliche Entwicklungen wurden auch bei den Lese- und Schreibfähigkeiten beobachtet. Dort gab es den letzten Bestwert mit 501 Punkten OECD-weit 2012. Bei der PISA-Studie 2025 wurde lediglich noch ein Wert von 466 Punkten ermittelt.
Was sind die Ursachen für die schlechten Resultate der neuesten PISA-Studie?
Wer sich die Zeitleiste genauer anschaut, stellt schnell fest, dass die im Rahmen der Coronakrise verhängten Einschränkungen eine erhebliche Rolle gespielt haben. Die Verluste bei den Lese- und Schreibfähigkeiten, den mathematischen Kenntnissen und den Fähigkeiten zur Lösung wissenschaftlicher Aufgaben beschleunigten sich mit dem Beginn der Einschränkungen. Wäre das die alleinige Ursache, hätten sich die Resultate ab 2022 signifikant verbessern müssen. Doch das war nicht der Fall. Stattdessen waren weiter anwachsende Defizite zu verzeichnen.
In Deutschland kommt den Folgen des Lehrermangels eine entscheidende Bedeutung zu. So gibt beispielsweise die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für Mecklenburg-Vorpommern an, dass im Schuljahr 2025/2026 rund 13,5 Prozent aller Unterrichtsstunden in allgemeinbildenden Schulen und etwa 14 Prozent der Unterrichtseinheiten in Berufsschulen nicht planmäßig durchgeführt werden konnten. Das ist nicht mit einem Komplettausfall gleichzusetzen, aber oftmals wurden andere Fächer als vorgesehen unterrichtet. Etwa 20 Prozent des genannten Stundenumfangs fiel ersatzlos aus. Ähnlich war die Lage in Sachsen, wo im gleichen Schuljahr rund 9,1 Prozent der planmäßigen Unterrichtsstunden nicht erteilt werden konnten. Baden-Württemberg kam mit einer Ausfallquote von etwa 4,3 Prozent noch vergleichsweise gut durch das Schuljahr.
Quelle: OECD, Bildungsministerien der Länder, GEW

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