Windenergie-Ausbau ausgebremst

Beim Ausbau der Windenergie kam es 2015 zu einem deutlichen Abebben in der Geschwindigkeit. So ist der Zuwachs bei der Windenergie im vergangenen Jahr deutlich schwächer ausgefallen als noch ein Jahr zuvor. In den ersten drei Quartalen 2015 wurden lediglich 675 neue Anlagen mit einer Leistung von 1.821 Megawatt in Betrieb genommen, wie der Bundesverband Erneuerbare Energien angibt. Insgesamt werde der Ausbau auch unter Hinzurechnung des vierten Quartals unter dem Niveau 2014 bleiben, heißt es weiter. In diesem Jahr wurden insgesamt neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4.750 Megawatt in Betrieb genommen.

Kaum erneuerbare Energien 2015

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, wie etwa mit Windparks, Photovoltaik- oder auch Biomasse-Anlagen ist aber Voraussetzung für die von der Bundesregierung angestrebte Energiewende. Diejenigen, die für die Abkehr von Atomenergie, Erdgas, Öl und Kohle sind, kritisieren, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam vonstattengeht. Gleiches gilt für den Ausstieg aus nuklearen und fossilen Energiequellen.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien erklärt, dass nicht nur der Ausbau der Windenergie zu langsam voran schreite, sondern 2015 auch bei Biomasse und Photovoltaik zu wenig getan worden sei. Zudem behindere die Bundesregierung mit den Vorgaben zur Deckelung den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Strom reicht dennoch für Deutschland

Erste Kritiker haben sich vor diesem Hintergrund bereits die Frage gestellt, ob der Strom dann überhaupt für Deutschland reicht. Experten gehen jedoch davon aus, dass das deutsche Stromnetz für die kalte Jahreszeit bestens gerüstet sei. Auch Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, gibt an, dass man „für den Winter auf der sicheren Seite sei“ und „noch ausreichend Sicherheitsspielraum“ habe.

Gut 7,5 Gigawatt kurzfristiger Reservekraftwerkskapazitäten seien als Winterreserve gebucht worden und damit doppelt so viel wie noch ein Jahr zuvor. Zudem werden in Österreich und Frankreich Kraftwerke für die deutsche Netzsicherheit vorgehalten, die bei Bedarf kurzfristig hochgefahren werden könnten. Dabei verfügt Deutschland selbst über 200 Gigawatt installierter Leistung und das ist mehr als das Doppelte der Verbrauchsspitze von 80 Gigawatt.

86,5 Gigawatt bestehen dabei aus erneuerbaren Energien, die wetterabhängig sind, wie Windenergie und Photovoltaikanlagen. Zusätzlich buchen die Betreiber für das Winterhalbjahr sicherheitshalber weitere Reservekapazitäten hinzu, um eine Netzentlastung realisieren zu können.

Quelle: N-TV